Das einzige was bleibt ist Veränderung

So Freunde, noch immer bin ich ziemlich übel dran mit meiner Grippe oder Erkältung oder was auch immer ich mir da eingefangen habe, aber da ich jetzt wenigstens den (gefühlten) Zement im Kopf losgeworden bin und meine Nase sich wieder zu besinnen beginnt, dass sie auch mal Sauerstoff durchlassen könnte, fühle ich mich fit genug zu schreiben was ich bereits in Facebook angekündigt habe in Bezug auf den… naja, nennen wir es mal „anstehenden Wandel“ meiner Fotografie.

Weil ich so ein unkreativer Kopf bin und mir nichts besseres einfällt schreibe ich es mal in Form einer Liste auf.

  • Wir bieten von uns aus keine freizügigen Aufnahmen mehr an
    Hierfür gibt es für sich allein stehende Gründe, aber auch Gründe, die sich mit dem nächsten Punkt überschneiden. Deshalb möchte ich an dieser Stelle erstmal nur auf die speziell freizügigen Gründe eingehen.
    Viele von euch wissen sicherlich, dass ich bisher freizügige Sachen hauptsächlich im Winter geshootet habe. Dies war dann aber auch immer die Zeit, in der die meisten Termine ausgefallen sind. Ich erinnere mich da zum Beispiel an eine Woche im letzten Dezember, als vier von fünf Terminen einfach nicht wahrgenommen wurden oder sonst irgendwie ausgefallen sind. Darauf habe ich einfach keine Lust mehr und schon das für sich allein genommen war Grund genug für mich nichts mehr in dieser Art anzubieten (auch das Bewerbungsformular lässt eine Bewerbung diesbezüglich jetzt gar nicht mehr zu).
    Desweiteren empfinde ich es umso schwerer Menschen zu fotografieren, je weniger Stoff sie am Leibe tragen. Ich weiß nicht, ob es anderen Fotografen auch so geht, aber mir geht es eben so. Gleichzeitig habe ich im heimischen Studio kaum Möglichkeiten zu variieren was Deko und Platz angeht. Daher sehe ich das gesamte Genre der Freizügigen Fotografie (die ohnehin nur einen kleinen Teil meiner Fotografie ausgemacht hat) nicht den Aufwand wert, den ich treiben müsste um mir dafür eine Umgebung einzurichten, wie ich es mir dafür wünschen würde.
    Nun soll es aber bitte nicht so verstanden werden, dass ich gar keine freizügigen Fotos mehr mache. Ich sage nicht mehr als dass ich keine solchen Shootings mehr anbiete. Wenn Models, die bereits bei uns geshootet haben, sich so ein Shooting von sich aus selbst wünschen, werde ich im Einzelfall entscheiden, ob ich das dann mit dem Model durchführe. Voraussetzung ist aber immer, dass mindestens ein „normales“ Shootings bereits mit uns stattgefunden hat. Ebenso verhält es sich bei längeren Projekten, dass ich also durchaus noch etwas in der Art shoote, in denen dann die Freizügigkeit nicht im Vordergrund steht.
    Also kurz: wenn eines unserer Stamm-Models sowas möchte, entscheiden wir das, aber bei Newcomern machen wir das nicht mehr und wir bieten es von uns aus auch nicht mehr an.
  • Das heimische Studio wird aufgelöst (nur noch Shootings Outdoor / Location / Home)
    Da ich den Platz hier bei mir zukünftig wohnlicher nutzen möchte, werde ich das heimische Studio auflösen und mich quasi komplett auf die Outdoor/Location-Fotografie und die Homeshooting-Fotografie (also beim Model zuhause) beschränken.
    In der Rückschau auf die letzten 15 Monate habe ich auch erkannt, dass Studio-Termine sehr viel häufiger abgesagt wurden als Outdoor-Termine (wenn man witterungsbedingte Verschiebungen nicht berücksichtigt, denn dafür kann niemand was).  Das allein ist schon ein ausreichender Grund auf Studio-Aufnahmen zu verzichten.

Gründe, die zu den beiden erstgenannten Punkten gleichsam gehören:
Ich habe sehr viel mehr Spaß an Shootings im Bereich Outdoor und Location. Wie das bei Homeshootings sein wird weiß ich noch nicht, denn dafür habe ich bisher zu wenige Termine wahrgenommen… (zum Beispiel habe ich für das ausgeschriebene Homeshooting für Katzenbesitzerinnen noch relativ wenig brauchbare Antworten) doch weil auch das eine für mich jeweils unbekannte (also neue) Umgebung ist, wird es sicherlich seinen Reiz haben und interessanter sein als im eigenen heimischen Studio zu shotoen.
Was kein ausschlaggebender Grund für die ersten beiden Punkte war, aber mir doch eine Erwähnung dazu wert ist… auf unserer Seite befinden sich positive Modelmeinungen von ich-weiß-nicht-wievielen Models aus den letzten fünf Jahren, die sich bei uns fair und anständig behandelt fühlten. Ich bin es deshalb auch etwas müde von einzelnen Personen, die nicht selbst dabei sind oder waren, immer etwas (naja, sagen wir mal wohlwollend:) „skeptisch beäugt“ zu werden, weil die auf unserer Homepage ab und zu mal nackte Haut sehen und sich dann ihre Gedanken machen, aber es gleichzeitig schaffen die vielen, vielen positiven Modelmeinungen zu ignorieren, als ob sie gar nicht existieren würden. Ich bin dessen jetzt einfach irgendwann müde…. ich hab so viele Menschen mit meinen Bildern glücklich gemacht, muss ich mich dafür jetzt wirklich auch noch rechtfertigen?

  • Reduzierung der Anzahl der kostenlosen Shootings mit Newcomern auf ca. 1-2 Shootings pro Monat
    Schlechte Nachrichten für alle Newcomer, die mit Engagement dabei sind einen Termin zu erhaschen. Im Spitzenmonat 2016 bisher hatte ich mal knapp 10 kostenlose Shootings… das werde ich definitiv nicht mehr veranstalten. Die Reduzierung auf eine so niedrige Zahl zwingt mich zu einer härteren und sorgfältigeren/besseren Auswahl und euch auch zu sorgfältigeren/besseren Bewerbungen…. unterm Strich müssen eben nicht mehr Termine rauskommen, sondern bessere.
    Wenn einmal ein Shooting wieder nicht wahrgenommen wird oder zu kurzfristig abgesagt wird, habe ich jetzt aber auch genug Zeit einen Ersatztermin mit einem anderen Newcomer zu machen. Es war für mich in der Vergangenheit schwer zu rechtfertigen, wieso ich Newcomer, die unbedingt shooten wollten, zuerst keinen Termin geben konnte (weil schon alles voll war) und hinterher davon berichten musste, dann viele Termine nicht stattgefunden haben. Also rechne ich insgesamt mit einer Entwicklung hin zum besseren, wenn jetzt nur noch 1-2 Mal im Monat kostenlos geshootet wird.
    Was unsere Stamm-Models angeht möchte ich keine Voraussagen hinsichtlich der Shooting-Anzahlen machen. Das mache ich ganz vom jeweiligen Model, dem Thema und meiner Zeit abhängig. Bei Stamm-Models (das sind Models, die schon mindestens einmal mit uns geshootet haben) habe ich immerhin Erfahrungswerte mit dem jeweiligen Model, die dann meine Entscheidung sicher anders beeinflussen als die bloße ursprüngliche Bewerbung.
  • Bewerbungsmöglichkeiten reduzieren
    Die Zahl der eingegangenen Bewerbungen war in der Vergangenheit teilweise lawinenhaft und viel zu viel. Ganz ohne geht aber auch nicht. So habe ich die Bewerbungsmöglichkeit von der Startseite unserer Webseite genommen, so dass man es nur dann noch findet, wenn man entweder auf eine von uns platzierte Anzeige stößt (dann soll es auch so sein) oder wenn man soviel Interesse zeigt, dass man sich auf den ersten Texten unserer Frage-Antwort-Seite einliest.
    Spätestens dann unterstelle ich der Bewerberin ohnehin mehr ernsthaftes Interesse als vielen anderen Newcomern, die sich zwar beworben haben, aber es bisher trotz aller Aufforderungen und Bitten nicht für nötig hielten, sich mal anhand der Frage-Antwort-Seite darüber zu informieren wie man bei uns an Shootings kommt und was das alles dann bedeutet.
  • Aktualisierung des Shooting-Vertrages (bereits erfolgt)
    Zu diesem Punkt gibt es in diesem vorangegangenen Blog-Artikel alle nötigen Informationen. Deshalb sei hier nur kurz erklärt, dass es dabei hauptsächlich darum geht, erfolgte Alterskontrollen und die elterliche Erlaubnis besser kontrollieren und dokumentieren zu können.
  • Bei Minderjährigen: kein Shooting ohne Kontakt mit den Eltern
    Da ich dieses Jahr schon böse mit diesem Thema verladen wurde (das klappt natürlich immer dann besonders gut, wenn man es von der Person jeweils überhaupt nicht für möglich halten würde), führe ich keine Shootings mehr durch ohne wenigstens einmal mit den Eltern persönlich oder via Telefon gesprochen zu haben. Die schriftliche Erlaubnis ist in jedem Fall notwendig, aber es reicht nicht mehr die einfach nur mitzubringen, wenn ich nicht vorher wenigstens einmal per Telefon mit den Eltern sprechen konnte. Weiterhin bleibt es dabei, dass es uns am liebsten ist, wenn die Eltern beim Shooting anwesend sind. Wir haben aber auch Verständnis dafür, dass sich manche Jugendliche in Gegenwart ihrer „Alten“ gehemmt fühlt, deshalb ist das Telefonat für mich der einzig gangbare Kompromiss der geringstmöglichen Elternbeteiligung um die keine minderjährige Bewerberin mehr herum kommt.
    Dies gilt ohne Ausnahme: keine Chance die Eltern zu sprechen = keine Chance auf ein Shooting bei Allsvartur.de
  • Verschlankung der Bewerber-Liste
    Von den aktuell über 350 Models in meiner Liste sind nur knapp über 300 mit mir auf Facebook befreundet…. das heißt, ein Teil der Models meiner Liste fällt ohnehin schon einmal weg, denn zwecks Kontaktaufnahme ist und bleibt die Mitgliedschaft bei Facebook und eine Freundschaftsverbindung mit meinem Profil weiterhin Pflicht. Doch auch von den befreundeten Profilen höre ich teilweise seit Monaten nichts mehr und es ist auch kaum Interaktion zu bemerken. Daher werde ich die Liste der aufgenommenen Bewerber wieder verkleinern, wenn ich den Eindruck habe, dass keine Interaktion mehr stattfindet (z.B. die unser Fanpage nicht einmal geliked haben), denn dann erreichen diese Bewerber auch unsere Ausschreibungen nicht mehr. Es ist eine tolle Zahl über 350 Leute in der Kartei zu haben, aber Karteileichen bringen mir dabei einfach nichts.
    Die entsprechenden Kandidatinnen bekommen in nächster Zeit von mir eine Nachricht, in der ich dann mitteile, dass ich aufgrund zu wenig erkennbaren Interesses sie wieder aus der Kartei nehmen werde…. lieber sind mir 50-100 sehr aktive Bewerberinnen als so viele ohne Lebenszeichen.
  • Projekte 2017
    Außer dem bereits in der Gruppe angekündigten mehrmonatigen Projekt (bei dem ich die Bewerberauswahl jetzt wieder aufnehmen werde), habe ich alle anderen Projekte für dieses Jahr erstmal auf Eis gelegt. Ich wollte noch eigentlich was filmisches zu zwei Themen machen, die mir am Herzen liegen, aber dazu sehe ich im Moment bei mir keine freie Zeit und ich wüsste jetzt auch keine so wirklich geeigneten Kandidatinnen dafür.

Langer Text mal wieder.. ich weiß, aber ich kann zur Zeit eh nicht fotografieren und deshalb hatte ich jetzt auch Zeit dafür.

Wichtig ist mir dabei eigentlich nur eines: es soll die Botschaft richtig ankommen. Die Botschaft lautet, ich will weniger machen als im letzten Jahr… das dafür aber intensiver, echter, mit mehr Herzblut… denn genau das („Herzblut“) ging mir im letzten Jahr in mancher Terminschwemme dann leider etwas ab und das nimmt mir die Freude daran und genau darum sollte es doch gehen: Freude und Erfüllung bei dem was man tut.

Wenn ihr einzelne Fragen dazu haben solltet, stehe ich euch gerne via Chat zur Verfügung – wie immer.

Euer verschnupfter
Oliver von Allsvartur.de

Allsvartur

People – Fotograf mit kostenlosen Shootings in Hamm