Ein paar Eindrücke vom Hindu Tempel Fest in Hamm

So schnell geht ein Jahr vorbei… schon wieder Tempelfest. Dabei erinnere ich mich an das Tempelfest des letzten Jahres doch so gut, als wäre es erst gestern gewesen, denn damals habe ich mir die Mutter aller Sonnenbrände geholt und sowas vergisst man(n) nicht allzu schnell.

Tempelfest 2017 in Hamm

Tempelfest 2017 in Hamm

Laut der örtlichen Presse sollen in diesem Jahr so um die 18.000 Besucher (zumeist natürlich Hindus) vor Ort gewesen sein. Das wäre ein leichter Rückgang zum letzten Jahr und ich muss sagen, mir ist es den Tag über immer wieder aufgefallen, dass deutlich weniger Betrieb war. Gleichzeitig empfand ich aber auch die Anzahl der Fotografen viel höher als in den Jahren davor… oder vielleicht sind sie mir nur deshalb so sehr aufgefallen, weil es allgemein weniger Besucher waren oder weil sich dann plötzlich alle beim Umzug an dem Punkt sammelten, an dem ich mich aufgestellt hatte, weil ich mir den schon seit Tagen als dafür optimal ausgesucht hatte (immerhin fahre ich seit Jahren jeden Tag zwei Mal am Tempel vorbei)?

Dass es am Morgen des Festes laut der Tagespresse schon eine alarmierende Meldung wegen Sprengstoff-Verdachts gab, ist mir gar nicht bekannt geworden, als ich mich gegen 10 Uhr auf den Weg machte. Es hätte mich auch nicht davon abgehalten, denn ich lasse mich durch Terror prinzipiell nicht abschrecken (weil der Terror dann schon gewonnen hätte). Letztlich stellte sich die Warnung ohnehin als unbegründet heraus… bzw. taugte sie eben wenigstens dazu das neue und angeblich verbesserte Sicherheitskonzept lobend als erfolgreich zu bestätigen.

Naja „Verbesserung“… eine Einschätzung, die ich übrigens nur sehr bedingt teile. Zwar wurden in diesem Jahr zum Beispiel Straßensperren in Form von Müllwägen errichtet, die wohl ein durchbrechen von durch Terroristen gelenkte Fahrzeuge (vgl. Weihnachtsmarkt Berlin oder die Vorkommnisse in London) erschweren sollten, aber so wirklich logisch ging das Sicherheitskonzept in dieser Hinsicht einfach nicht auf. Innerhalb der Sperrzone befanden sich nämlich viele zivile geparkte Fahrzeuge, die bereits am Vorabend von Besuchern dort abgestellt und danach von den Ordnungskräften vor Veranstaltungsbeginn nicht entfernt/umgesetzt wurden.

Es wäre für einen Terroristen also ein Leichtes gewesen sich eines solchen Fahrzeuges (die teilweise keine 5 Meter entfernt von der Umzugsstrecke standen) zu bemächtigen und damit in die Menschenmenge zu rasen, denn viel Anlauf braucht man mit einem Auto dafür nicht. Da sich unter diesen Fahrzeugen auch Transporter und Wohnmobile befanden, wäre der Schaden, der damit anzurichten gewesen wäre, sicherlich auch nicht unbedeutend gewesen. Da mach ich mir dann wirklich weniger Gedanken darüber, wie sehr mich die quergestellten Müllwagen schützen.

Übrigens konnte ich mit meinem KFZ die Absperrung durch einen Müllwagen mit dem Segen des Müllwagenfahrers (!) umfahren und mit dem Auto bis direkt an die Personenschleuse heranfahren, weil ich dem Müllwagenfahrer (der dort ohne Polizei oder Ordnungsamt stand) mitteilte, dass ich in einer Firma etwas weiter diese Straße entlang arbeite (was zutreffend und wahr ist, aber genau genommen hätte das jeder behaupten können).

Tempelfest 2017 in HammAuch die Einlasskontrollen in Form von Personenschleusen sind ihren Namen kaum wert gewesen und dienten wohl eher rein optisch der Abschreckung. In meinem Fall durchquerten wir die Schleuse mit einem Rucksack, den ich schon im Sichtfeld der Kontrolleure an meine weibliche Begleitung übergeben hatte (schon so ein Besitzerwechsel eines Gepäckstückes sollte doch Aufmerksamkeit erregen und zu einer genauen Durchsuchung Anlass geben). Die Kontrolle erfolgte dann aber nach folgendem Muster: meine Begleitung händigte dem Kontrolleur den Rucksack aus. Der Reißverschluss wurde circa zwei Hand breit geöffnet und es fand ein tiefer Griff in den Rucksack statt. Es wurde kein einziges Teil aus dem Rucksack herausgeholt (es standen auch keine Tische oder dergleichen für eine übersichtliche Kontrolle zur Verfügung, so dass eventuell herausgenommene Gegenstände auf dem Boden hätten platziert werden müssen).
Der tiefe Griff in den Rucksack lies den Kontrolleur etwas metallisch Hartes und Schweres fühlen und er fragte mutmaßend: „Eine Kamera?“ und ich antwortete für meine Begleitung: „Ja, eine Kamera.“ Daraufhin wurde die Hand aus dem Rucksack gezogen und die Kontrolle war beendet. Kein einziges Teil wurde aus dem Rucksack genommen und ob es sich bei dem mehrere Kilo schweren metallisch runden Gegenstand wirklich um ein schweres 70-200mm Telezoom mit angebauten Kamera-Body handelte oder vielleicht doch um einen Sprengsatz im Metallgehäuse, wurde nicht weiter überprüft.

Ich weiß nicht, ob ich so etwas wirklich als taugliches „Sicherheitskonzept“ bezeichnen würde … ? Nun, es schreckt zumindest ein wenig ab… und vielleicht lässt es die Besucher auch subjektiv sicherer fühlen… soweit mag das Konzept funktionieren, aber faktisch haben diese Änderungen meines Erachtens nach gar keine echte Wirkung auf die Sicherheitslage.

Auf diese Dinge habe ich auch einen Polizeihauptkommissar angesprochen, den ich auf der Zollstraße einfach mal als Unwissender nach dem Sinn der Müllwagen in Verbindung mit den noch immer im Sicherheitsbereich parkenden Fahrzeugen angesprochen habe. Eine vernünftige Antwort habe ich aber nicht erhalten, sondern nur eine eher schnippische Gegenfrage (Danke „Freund und Helfer“!), die mich darüber verunsichern sollte, ob die Fahrzeuge bzw. deren Halter geprüft wurden bzw. an der Nutzung ihrer Fahrzeuge zum Umzugszeitpunkt gehindert werden.  Ein wenig später beantwortete sich meine Frage dann auch ganz ohne Hilfe der Polizei, denn ein Fotograf, mit dem ich ins Gespräch kam, teilte mir mit, dass das Wohnmobil direkt an der Umzugsstrecke ihm gehöre und er am Vorabend dort problemlos und bis jetzt völlig unbehelligt (ohne Kontrolle oder Ansprache) geparkt hätte. Aha… hmm… „verbessertes Sicherheitskonzept“. Alles klar, Herr Kommissar. Verstehe …

Göttlicher Beistand

Göttlicher Beistand

Übrigens steht auch im Live-Ticker der Webseite der örtlichen Tagespresse erwähnt, dass die parkenden Fahrzeuge im Sicherheitsbereich als Risiko wahrgenommen wurden. Ich gehe also nicht davon aus, dass mein Blog nun eine die öffentliche Sicherheit gefährdende terroristische Methodendiskussion darstellt, sondern hoffentlich zu einer tatsächlichen Verbesserung der Sicherheitslage im nächsten Jahr beiträgt. Wenn ich schon als unbedarfte Mensch zu solchen Einsichten komme, dann will ich gar nicht wissen, wie das bei Terroristen ist, die sich wirklich darüber Gedanken machen. Aber ich muss zur Ehrenrettung unserer Freunde und Helfer anführen, dass ich von den Ordnungskräften sehr kritisch beäugt (aber letztlich auch nie angesprochen) wurde, weil ich die Absperrungen für meinen Blog fotografiert habe. Das zeigt doch zumindest, dass eine entsprechende Aufmerksamkeit und Sensibilität vorhanden war.

Bleibt zu wünschen, dass das Sicherheitskonzept im nächsten Jahr aus den Missständen dieses Jahres lernt, denn ich möchte mich auch weiterhin auf dem Tempelfest (nicht nur subjektiv) sicher fühlen.

Was für mich aber eindeutig NICHT zum Sicherheitskonzept gehört ist, dass (schätzungsweise) bereits einen Kilometer vor der Umzugsstrecke die Geschwindigkeit auf Lippestraße auf sage und schreibe 10 km/h reduziert und dort auch noch am Anfang dieser Geschwindigkeitsbegrenzung beidseitig geblitzt wurde. Speziell die Platzierung des beidseitigen Blitzers recht weit vorne macht doch eher den Eindruck, dass es nichts mit einem Sicherheitskonzept zu tun hat, sondern vielmehr mit einem sicheren Einnahmenkonzept für die Öffentliche Hand. Dabei darf man mich nicht falsch verstehen: ich bin ein absoluter Befürworter mobiler Geschwindigkeitskontrollen. Ginge es nach mir, könnten alle fest installierten Blitzer (die ohnehin nur noch die Ortsfremden zur Kasse bitten) entfernt werden und ruhig durch doppelt so viele mobile Geschwindigkeitskontrollen ersetzt werden. Es ist also keine generelle Abneigung gegen Geschwindigkeitskontrollen, sondern viel mehr meine Ansicht über den Anlass und die Platzierung dieser speziellen Maßnahme beim Tempelfest.

Nun, das war eigentlich auch schon der signifikanteste Unterschied zu den letzten Jahren, in denen ich an Tempelfesten teilgenommen habe.

Den Umzug habe ich wie immer aus einiger Entfernung beobachtet, denn ich möchte nicht (wie viele andere Deutsche) die Teilnehmer in ihrer religiösen Ausübung mehr als unvermeidbar stören – auch wenn ich mich selbst einer sehr ähnlichen Bekenntnisrichtung zugehörig zähle.

Auch das Wetter war gnädig denn es blieb fast bis zum Ende des Umzuges eigentlich stabil. Erst in den letzten paar hundert Metern begann es dann richtig zu regnen, doch da waren wir ehrlich gesagt auch schon wieder auf dem Weg zum Auto.

Tempelfest 2017 in Hamm

Tempelfest 2017 in Hamm

Wir gingen auch nicht nur des Umzugs wegen zum Tempelfest, sondern auch wegen des Marktes der sich auf dem an den Tempel angrenzten Platz aufgebaut hat. Dort gibt es natürlich quasi nur ethnisch entsprechende Angebote. Soll heißen, der ganz normale asiatische Frühlingsrollen- und Nudelstand (den man auch auf Weihnachtsmärkten findet) sticht in einem so speziell auf den hauptsächlich tamilischen Kulturkreis abgestimmten Angebotssortiment schon als geradezu europäisiert ins Auge.

Die allermeisten Händler sprechen auch problemlos Deutsch und die Werbebanner an den Ständen zeigen, dass viele Betreiber der Stände ihre Firmenniederlassungen in den größeren Städten hier in NRW führen. Natürlich kostet es dennoch ein wenig Überwindung an einen Stand zu gehen (so ist das bei uns verklemmten Deutschen nun einmal und da bin ich leider nicht viel anders – auch wenn ich mich dabei über mich selbst ärgere), wo man weder die Speisen noch andere Angebote überhaupt kennt und vieles in Tamil beschriftet ist, aber ich habe schon mehrfach die Erfahrung gemacht, dass man wirklich überaus freundlich und umfassend alle (noch so dummen) Fragen beantwortet bekommt.

So haben wir zum Beispiel vor einem Stand, der verschiedene frittierte Backwaren angeboten hat, gestanden als wir von der jungen Dame dahinter auf Deutsch (was bei unserem Anblick sicher nicht schwer zu erraten war) angesprochen wurden, dass wir ruhig nähertreten und uns informieren lassen können. Wir entschieden uns für eine Auswahl aus allen angebotenen Speisen, also einem Teller mit völlig verschiedenen Leckerbissen. Allerdings bat ich darum, dass allzu scharfe Happen bitte nicht gereicht werden sollen, denn in Sachen „Scharf“ bin ich ein waschechtes Weichei … und es hat sich auch wieder einmal so bestätigt, denn es waren zwar ein oder zwei Stücke auf dem Teller, die nach einiger Zeit dann noch etwas Farbe ins Gesicht brachten, aber das war alles gut erträglich. Meine Begleitung und ich haben dann einfach mal quer durchprobiert und von jedem Stück erstmal einen Bissen genommen. An die Namen der Speisen erinnere ich mich beim dabei besten Willen nicht mehr, aber es gab Frittiertes, das nach Kartoffeln oder Erbsen oder Mais schmeckte.

Speisen vom Markt

Speisen vom Markt

Völlig unerwartet wurde ich (zum ersten Mal überhaupt) von einem tamilischen Marktbesucher unaufgefordert angesprochen. Es war ein älterer, sehr vornehm und gebildet wirkender und sehr freundlicher Herr, der mir sinngemäß mitteilte, dass es weiter vorne am Tempel zwei Ausgabestellen für kostenlose Getränke gibt (einmal Softdrinks und das andere Getränk muss eine Art dunkler Tee gewesen sein). Ich bedankte mich sehr freundlich für die völlig unerwartete und von mir gar nicht nachgefragte Information, überlegte aber danach eine ganze Weile, wieso dieser nette Herr in der gesamten Menschenmenge ausgerechnet mich mit dieser Information angesprochen hatte….

Und wie ich mir so mal wieder meine Gedanken mache, kam in mir die Erkenntnis, wieso der nette Mann ausgerechnet mich/uns angesprochen hat. Um uns herum waren tausende Tamilen, die auch oft irgendwas gegessen haben… aber wir zwei germanischen Kalkleisten standen eben da mit einem Plastikteller, auf dem zirka ein halbes Dutzend Speisen lagen, von denen wir immer nur einen oder zwei Bissen abgebissen hatten…. Das war natürlich, weil wir erstmal alles einmal durchtesten wollten, aber für einen Außenstehenden hat das wahrscheinlich so ausgehen, als hätten wir alles nur einmal abgebissen und dann wieder auf den Teller zurückgelegt, weil es uns dann vielleicht zu scharf oder zu ungewohnt im Geschmack wäre.

Zumindest ist das meine Vermutung, wieso ausgerechnet ich von dem Herrn mit der Information über kostenlose Getränke versorgt wurde. Sicher bin ich mir bei dieser Annahme natürlich nicht wirklich, aber er scheint mir doch eine sehr nahe liegende Vermutung.

Hab ich eigentlich schon einmal erwähnt, dass ich mich immer wie so ein echter Hinterwäldler fühle, wenn mich Menschen mit einem offensichtlich fremdländischen Hintergrund in viel reinerer hochdeutscher Aussprache ansprechen, als ich das selbst (als Deutscher, aber eben gebürtiger Schwabe) schaffe?! Da denk ich mir dann immer, dass es eigentlich schon ein echtes Armutszeugnis für mich ist – obwohl ich auf das „Deutschsein“ an sich echt keinen Wert lege, weil es für mich mit zuviel negativen Image behaftet ist.

Frisch gepresster Zuckerrohrsaft

Frisch gepresster Zuckerrohrsaft

Apropos „Getränke“. Habt ihr schon einmal frisch gepressten Zuckerrohrsaft getrunken? Nein?! Freunde, dann habt ihr aber echt was verpasst!! Gut, ein großer Becher davon kostete (wenn ich mich richtig erinnere) Euro 5,- aber das war es wirklich wert! Meine Güte, war das Zeug lecker!!! Meine Begleitung war auch gleich Feuer und Flamme dafür – zumal es auch sehr anschaulich frisch produziert wurde. Am Stand befand sich ein großer Stapel mit Zuckerrohr-Bündeln, die ca. 1m Länge hatten. Diese wurden dann am Anschnitt noch einmal kurz angeschnitten (ich vermute eben um einen frischen Anschnitt zu haben) und dann der Länge nach in einer Pressmaschine gestreckt, welche das Zuckerrohr einzog und dabei auspresste. Auf der Rückseite der Maschine kamen dann nur noch sehr stark zerdrückte, lange und faserige Bruchteile des Zuckerrohres heraus.

Jetzt gerade, beim Schreiben dieses Textes, ärgere ich mich etwas, dass ich nicht auf die Idee gekommen bin, mal nach so einem Stücken aus den ausgepressten Resten zu fragen. Es hätte mich doch interessiert, wie das so schmeckt bzw. sich anfühlt wenn man das noch etwas mit dem Mund auszusaugen versucht.

Frisch gepresster Zuckerrohrsaft

Frisch gepresster Zuckerrohrsaft

Der Saft, der ausgepresst wurde, kam direkt in den Becher, der garniert und mit Eis versehen dann gereicht wurde und einfach himmlisch schmeckte. Ich weiß nicht ob das so gesund ist, denn Zuckerrohr heißt ja bestimmt nicht Zuckerrohr weil dort so wenig Zucker enthalten ist… aber zu solchen seltenen Gelegenheiten (wann kommt man schon mal wieder an frischen Zuckerrohrsaft?) sollte man auch mal ein ganz gewissenloser Sünder sein dürfen. Der Zuckerrohrsaft wurde auch als Mix mit verschiedenen Fruchtsäften angeboten, aber von diesen Angeboten habe ich keinen Gebrauch gemacht, denn wie andere Fruchtsäfte schmecken ist mir ja bekannt. So war der pure Zuckerrohrsaft ein wirklich besonderes Vergnügen, das ich nur empfehlen kann, wenn ihr einmal irgendwo die Gelegenheit dazu habt.

Die anderen Stände waren entsprechend meiner Erwartungen aus den Erfahrungen des letzten Jahres. Viel Kleidung und Kommunikationsverträge wurden angeboten. Auch ein Stand mit Götterfiguren gab es, doch da mein Auto aktuell an „TÜV-Termin“ erkrankt war und die Heilung wohl noch einiges an Geld verschlingen würde, habe ich mich schweren Herzens entschlossen auch in diesem Jahr einen großen Bogen um den Stand zu machen. Krishna möge es mir nachsehen.

Allerlei Süßigkeiten

Allerlei Süßigkeiten

Besonderes Interesse hatten wir auch an den Ständen, welche bunte Speisen anboten, von denen wir selbst erstmal nicht wussen, ob diese Sachen einfach nur süß oder scharf-süß oder salzig oder bitter sind. Es waren jedenfalls ziemlich kräftige Farben, die da verwendet wurden und auch hier wurden wir in freundlichster Art auf unsere Frage hin in das Angebot eingewiesen. Ganz ehrlich, so ganz war das aber nicht mein Fall. Es gab da eine Süßigkeit, die wie eine getrocknete Schnur aussah und die zwar süß aber ich glaube auch ein wenig nach Reisstärke schmeckte. Eine andere Süßigkeit hatte die Form von Spielwürfeln, waren auch sehr süß und bunt (und da bin ich mir geschmacklich relativ sicher) auf Kokos- oder Kokosfett-basis. Die hat mir schon besser geschmeckt, jedoch war man wegen der starken Süße nach zwei oder drei bissen auch für eine Weile bedient.

Ein paar Deutsche, die ebenfalls mit der typisch deutschen Ängstlichkeit bezüglich ungezwungener direkter Ansprache unterwegs waren, haben wir dann auch mal unaufgefordert aufgeklärt, wie das so schmeckt und bekamen dankbares Feedback.

Das waren so ungefähr meine Eindrücke vom diesjährigen Tempelfest. Da ich nicht weit entfernt arbeite, fahre ich jeden Tag am Tempel vorbei und bin auch aus persönlichen Gründen sehr oft im Tempel zu Besuch. Deshalb zieht es mich ausgerechnet während der Tempelfest-Zeit (die zwei Wochen dauert, wobei der Umzug nur der publikumsstärkste Höhepunkt ist) nicht auch noch in den Tempel, so dass ich vom Geschehen im Tempel selbst an diesem Tag leider nicht berichten kann.

Ein wenig desillusioniert bin ich immer in den Tagen nach dem Tempelfest. Ich war mehr als einmal auf der Loveparade in Berlin und weiß wie es aussieht, wenn eine ganze Siegesallee und der halbe Tierpark flächendeckend so sehr zugemüllt ist, dass man nur noch schlurfend vorankommt (damit man nicht dauernd auf Flaschen und Dosen tritt). Gut, bei der Loveparade erwarte ich nichts anderes… das sind eben junge Feiermenschen, die auf die Umwelt pfeifen. Bei einem religiösen Fest würde ich aber doch einen sensibleren Umgang mit der Schöpfung erwarten – soll heißen, dass man seinen Müll nicht einfach auf den Boden wirft, sondern in die vielen bereitstehenden Abfalltonnen oder eben mit nach Hause nimmt. Wir zwei haben das an diesem Tag immerhin auch geschafft.

Der dicke Deutsche

Der dicke Deutsche

Dennoch: ich freue mich auf das Tempelfest im nächsten Jahr und hoffe, dass wir mit dem Wetter wieder Glück haben. Und falls ihr auch so Kalkleisten seid, wie ich es eine bin, kann ich euch angesichts bereits mehrerer erlebter sonnenintensiver Tempelfeste nur raten: nehmt euch was für den Kopf mit.

Da die An- und Abreise wegen der Sperren und den Menschenmassen mit dem Auto immer etwas schwierig ist, will ich im nächsten Jahr mit dem Fahrrad hin, denn von meiner Wohnung aus sind das nur ca. 10 Kilometer (zu Fuß ist mir das speziell beim Rückweg dann doch zu weit).

Ich hab zu verschiedenen Gelegenheiten schon Leute zu dem Termin eingeladen (auch wenn die Resonanz nicht so begeistert war) und vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr, denn ich finde, das ist durchaus mal eine Übernachtung in Hamm wert.

Allsvartur

Fotograf in Hamm sucht neue Models / Online-Bewerbung für Models / Arbeitet auch mit Anfängerinnen und Einsteigerinnen / kostenlose Fotoshootings (TFP)