Sicher modeln: Update

Hallo meine Lieben,

zum Thema „Sicher Modeln“ habe ich für euch mal wieder ein Update.

Diesmal jedoch nicht in Form weiterer Tipps in meiner Sammlung, die euch sicher schon bekannt ist, sondern in Form von zwei Geschehnissen, von denen ich euch kurz berichten möchte, um euch zu zeigen, dass die Gefahren und Fallstricke, auf die ich in meiner Tipp-Sammlung hinweise, durchaus real sind.

Geschichte 1: Kostenlos?

Eines meiner Models führte mich durch eine Anfrage auf die Internet-Seite einer „Model-Agentur“. Ich schreibe dies absichtlich in Anführungszeichen, weil man eine so dahingeklatschte Webseite keinesfalls als Agentur- oder Castingseite Ernst nehmen kann. Die Anfrage meines Models lautete, ob diese Agentur wohl „in Ordnung“ wäre, aber das ist sie mit Sicherheit nicht. Die Online-Sedcards, die auf der Seite gezeigt werden, wären nicht einmal zu Anfang der 90er in dieser Form entschuldbar gewesen. Die Fotos sind teilweise weit schlimmer als mit einer uralt Webcam selbst aufgenommen und oftmals gar nicht füllend in die Frames eingefügt sondern mit weißen Rändern oder in Höhe oder Breite verzerrt, so dass die Models extreme Eierköpfe haben.

Kurz und gut: diese Seite ist ein Graus … aber es wird mit „kostenlos“ geworben.

Kostenlos ist ja auch schön und gut … aber nur wenn man die klein am Seitenende verlinkten AGBs wirklich genau durchliest erfährt man, dass zwar die Aufnahme in diese seltsame Kartei kostenlos ist, aber dann zusätzliche kostenpflichtige Dienstleistungen angeboten werden. Sicher, dafür besteht keine Abnahmepflicht, aber wie hoch dann die angeblichen Vermittlungschancen sind wenn man auf kostenpflichtige Leistungen verzichtet (sofern man bei so einer Präsentation überhaupt Vermittlungschancen hat) ist dann die andere Frage.

Ergo:
Die Seite scheint als Ziel zu haben, unbedarfte Neulinge zu werben, nicht wirklich zeitgemäß und professionell zu präsentieren, aber kostenpflichtige Features verkaufen zu wollen. Daher, nicht immer auf das erste „kostenlos“ hereinfallen, sondern auch mal ein paar Minuten Zeit nehmen und das Kleingedruckte lesen und sich vor allem fragen, ob die Seite nach der weltgewandten Professionalität aussieht, von der sie selbst redet.

Geschichte 2: Der spendable Model-Scout

Ein anderes Model von mir wurde vor kurzer Zeit in einer Dortmunder Einkaufs-Galerie angesprochen, als sie dort gerade Klamotten shoppen war.

Ein mitteleuropäisch wirkender Mann sprach das Model an und erzählte ihr, dass er  zusammen mit seiner Ex-Partnerin eine Model-Agentur betreiben würde … und er wäre total begeistert von ihr und wolle mit ihr sofort ein Sommer-Mode-Fotoshooting machen und ihr obendrein jetzt gleich dafür Klamotten kaufen.

Hier muss jedes halbwegs intelligente Mädel schon die Alarmglocken laut klingen hören! Natürlich ist das Model in Wirklichkeit bildhübsch, aber es gibt mindestens 6.583.374 andere hübsche Mädels in Deutschland und wieso sollte sich ein Fotograf für ein völlig unbekanntes Mädchen (von dem er noch nicht einmal weiß, wie gut sie sich vor der Kamera macht) in solche Unkosten stürzen???

Im weiteren Verlauf des Gespräches sollte sich das Model dann plötzlich Unterwäsche heraussuchen und ab da war dann plötzlich nur noch von einem Unterwäsche-Fotoshooting die Rede und das Sommer Mode Fotoshooting wurde nicht mehr erwähnt.

Da mein Model nicht auf den Kopf gefallen ist und obendrein auch meinen „Sicher Modeln“ Artikel kennt, wurde sie umso misstrauischer … aber tatsächlich hat er mit ihr Klamotten gekauft und ihr dabei erzählt, dass seine Agentur eine große Agentur sei und ihr Geschmack auf eine tolle Modelkarriere gemacht (usw) … aber damit konnte er das Model nicht hinters Licht führen.

Als es dann direkt nach dem Shopping losgehen sollte, sagte mein Model daher, dass sie auf jeden Fall noch ihrer Mutter bescheid geben und auch den Standort via WhatsApp senden werde … und mit einem Schlag meinte der Kerl, der die ganze Zeit nichts sehnlicher wollte als das Model zu shooten, das ihm das Model „zu unsicher“ wäre. Bevor er sich verdrückte hinterließ er ihr eine Webseiten-Adresse seiner „Modelagentur“, jedoch mit dem Hinweis, dass die Seite gerade offline sei, weil sie renoviert werde. Die Seite sei daher am nächsten Tag online sei, aber dann solle sich das Model per Email dort melden.

Naja und drei Mal dürft ihr raten: die Seite ist bis heute noch nicht online und war eben ein Fake. Was alles möglicherweise passieren könnten hätte, wenn mein Model mit ihm ins Auto gestiegen wäre, mag man sich nicht ausdenken.

Mein Model (klug wie sie ist) war aber auch weiterhin wachsam (auch als der Mann verschwunden war) und hat sich lieber noch ein paar Mal auf dem Weg nach Hause umgeschaut … und sich zuhause dann über ein paar neue Klamotten gefreut (da ist der Kerl auch wirklich selbst schuld).

Ergo:
Glaubt keinen solchen Versprechungen. Je toller die Versprechungen umso eher solltet ihr vorsichtig und kritisch sein und euch fragen, ob das noch realistisch ist Angesichts dessen, wie viele andere Kandidatinnen noch auf dem Markt sind. Prüft die Daten von Leuten, bevor ihr mit ihnen arbeitet und geht nie allein zu unbekannten angeblichen Fotografen und angeblichen Agenturen.

In diesem Sinne, passt auf euch auf und nehmt euch meinen wichtigsten Tipp aus der Sammlung immer am meisten zu Herzen: Im Zweifelsfall, wenn ihr euch nicht sicher seid oder nicht sicher fühlt, dann verzichtet auf das Fotoshooting! Kein Foto ist mehr wert als eure körperliche und seelische Unversehrtheit.

Liebe Grüße von eurem,
Oliver von Allsvartur.de