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Sicher modeln

Letztes Update: 05.11.2018

Einleitung

Aus Berichten meiner Models und aus eigener jahrelanger Erfahrung weiß ich, dass sich gerade Model-Einsteigerinnen oft gutgläubig und unbedarft auf das Thema „Modeln“ bzw. „Fotoshooting“ einlassen, ohne in ihrer Begeisterung zu bedenken, ob bzw. wo Gefahren dadurch lauern. Ich will dazu weder Angst machen, noch demotivieren oder gar abschrecken, sondern lediglich zur einem gewissen Maß an gesunder und leider notwendiger Vorsicht raten.

Damit beziehe ich nicht nur auf die Gefahren, denen man sich aussetzten kann, wenn man nicht aufpasst und sich Menschen mit bösen Absichten (die ein Fotoshooting nutzen um anderen eine Falle zu stellen) ausliefert, sondern ich beziehe mich auch auf bedenkenswerten Konsequenzen, die sich selbst bei einem absolut ordnungsgemäßen und seriösen Fotoshooting ergeben und an die man als Anfängerin vorher vielleicht nicht gedacht hat.

Diesen Beitrag zu lesen dauert nicht länger als 15 Minuten, kann unter Umständen aber viel Ärger ersparen. Ich finde, das ist gut investierte Zeit.

Fotografen checken …

Kontaktdaten

Lass dir von dem Fotografen immer seinen kompletten Namen und die komplette Anschrift inkl. Telefonnummern geben. Wenn der Fotograf über eine eigene Webseite verfügt, muss sie auch über ein Impressum (Anbieterkennzeichnung) verfügen, dessen Inhalt Du mit den dir zur Verfügung gestellten Daten vergleichen kannst. Indem Du z.B. mal bei Google Maps nach der Adresse suchst oder die Telefonnummer mal anrufst, kannst Du auch prüfen, ob die Daten stimmen.  Wenn der Fotograf angeblich bei einer bzw. für eine Agentur arbeitet, lass dir die Daten der Agentur geben und prüfe das VOR dem Shooting bei der Agentur nach.
Spätestens beim Shooting solltest Du mal einen Blick auf den Ausweis des Fotografen werfen und die Daten mit dem Shooting-Vertrag abgleichen. Ich mache das ebenfalls mit meinen Models so – allein schon um mich davor zu schützen, dass mir z.B. ein minderjähriges Model Volljährigkeit vorspielt.

Qualität der Homepage

Jeder Fotograf fängt mal bei Null an, aber eine Homepage oder wenigstens ein Profil in einer öffentlichen Galerie (Flickr, Fotocommunity, Tumblr, Pinterest) hat ein Fotograf auch ganz am Anfang schon. Natürlich sind solche Seiten bei einem Anfänger weniger gut ausgebaut als bei Fotografen, die schon seit Jahren tätig sind. Solche Portfolios sind aber wichtig, um zu sehen, was der Fotograf bisher bewerkstelligt hat und wie es um seine Sorgfalt steht. Ein Fotografen-Auftritt im Internet ohne Impressum (auch auf der Facebook-Fanpage) ist SEHR zweifelhaft und absolut NICHT professionell. Sei sehr vorsichtig bei Fotografen, die behaupten, gar keine Portfolios zu haben bzw. dir mit seltsamen Begründungen erzählen, wieso ausgerechnet nur heute die tolle Homepage gerade mal ausnahmsweise offline ist.

Bisheriges Schaffen

Wenn der Fotograf meint, bereits einige Erfahrung in dem Thema zu haben (dass er mit dir shooten will) oder wenn er behauptet, er wäre schon seit Jahren professionell dabei, wird er dazu auch schon Werke in seinem Portfolio ausgestellt haben. Alles andere wäre mehr als seltsam. Schau dir deshalb im Internet die bisherigen Fotos dieses Fotografen an, ob dir die Bilder überhaupt gefallen oder ob der Fotograf in Stil, Ausdruck und Können eher doch nicht dein Fall ist. Vergleiche auch, was für Aufnahmen der Fotograf bisher gemacht hat. Wenn auf seiner Seite ausnahmslos Bilder von nackten Menschen zu sehen sind und er ein Shooting mit dir machen will, wäre das z.B. ein Anlass noch einmal verbindlich zu klären, welcher Art dieses Shooting sein soll…

Herkunft der Fotos

Die allermeisten Fotografen hinterlassen bei öffentlich im Internet gezeigten Bildern ihren Namen irgendwo im Bild („Signatur“), um anzuzeigen, wer das Foto aufgenommen hat und natürlich auch um etwas Werbung für sich zu machen. Das ist zwar keine Pflicht, aber es ist gängige Praxis. Je nach Fotograf finden sich solche Signaturen mehr oder weniger dezent direkt im Bild oder an einer der Bildecken. Manche Fotografen machen das auch halb durchsichtig (transparent) als „Wasserzeichen“.
Anhand solcher Merkmale kannst durch einen Blick prüfen, ob dort eventuell der Name eines völlig anderen Fotografen oder einer anderen Webseite steht oder ob daran herummanipuliert wurde (evtl. wurde auch das Bild abgeschnitten), denn wenn ein Fotografennamen vorhanden ist, sollte er natürlich zum Namen des Fotografen passen, der diese als seine Bilder ausgegeben hat. Dies ist allerdings nur ein sehr grober Hinweis, denn jeder kann mit kostenloser Software in irgendwelche fremden Bilder (illegal) seinen eigenen Namen einbauen. Außerdem kannst Du die Google-Bildsuche nutzen, um zu prüfen, ob die Fotos irgendwo auch unter einem anderen Fotografennamen existieren.

Vorhandene Bewertungen / Meinungen

In einigen großen Online-Portalen können sich Models und Fotografen nach einem Shooting gegenseitig beurteilen (ähnlich wie Verkäufer/Käufer bei Ebay). Frage deinen Fotografen danach, ob er in großen Model/Fotografen-Portalen angemeldet ist. Dort kannst Du in den Bewertungen dann auch viel über die Zuverlässigkeit und Seriosität deines Fotografen erfahren. Manche Fotografen (so wie ich) haben solche Model-Meinungen auch auf der eigenen Webseite eingebaut. In meinem Fall findest Du zwar ebenfalls durchgängig gute Bewertungen in diversen Fachportalen, ich habe aber auch hier auf meiner Seite alle Meinungen meiner Models nach Jahren sortiert: 2018 /2017 / 2016 / 2015 / 2014 / 2013.
Sei dir aber bewusst, dass auch Models nur Menschen sind, die sich auch mal ungerecht behandelt fühlen und/oder schädigende Absichten verfolgen können. Wenn also mal eine einzelne nicht so tolle Bewertung dabei sein sollte, muss das nicht gleich etwas bedeuten. Es geht um das Gesamtbild aller Bewertungen, auf das Du achten solltest.

Aktuelle Fotopartner

Wenn der Fotograf Fotos auf seiner Facebook-Seite mit den Userprofilen seiner Models verknüpft hat, schreib sie ruhig mal an und frage nach, ob sie zufrieden waren und wie sie den Fotografen so finden (falls der Fotograf solche Meinungsbilder seiner Models nicht auf der Homepage hat). Ein Model, dass mit seinem Fotografen zufrieden ist und Vertrauen hat, wird dir dann auch sicher Auskunft geben. Hier macht es vor allem Sinn die aktuellsten Foto-Partner anzufragen, denn diese haben frische Erinnerungen und Eindrücke, denn es bringt dir meist wenig zu wissen, wie der Fotograf vor zwei oder drei Jahren gearbeitet haben mag.
Wenn dir ein Model mal wirklich eine sehr negative Auskunft über einen Fotografen gibt, deine anderen Eindrücke/Meinungen aber positiv für den Fotografen sprechen, ist es natürlich schwer eine zutreffende Einordnung vorzunehmen, weil man nicht die wahre Motivation der Person kennt, welche dir die sehr negative Auskunft gab. Dies gilt insbesondere, wenn es sich nicht um ein aktuelles Model des Fotografen handelt, sondern die letzte Zusammenarbeit schon einige Zeit her ist. Daher rate ich dir in solchen Fällen zu prüfen, wie das Model damals den Fotografen beurteilt hat (bei uns kann man sowas nachlesen: 2018 / 2017 / 2016 / 2015 / 2014 / 2013). Wenn die Beurteilung damals top oder zumindest positiv war und sie nun plötzlich sehr negativ ist, sind es ziemlich sicher eher andere Gründe, wieso das Model nun kein gutes Wort mehr übrig hat (z.B. weil das Model aus der Modelkartei des Fotografen geworfen wurde und sich nun „revanchieren“ möchte). Sowas kam auch bei mir schon vor. Ein probates und auch faires Mittel ist es, den Fotografen mit einer negativen Auskunft des Models zu konfrontieren, um zu sehen, was er dazu zu sagen hat. Es wird das Model auch eher motivieren wahrheitsgemäß zu berichten, wenn es weiß, dass auch der Fotograf von ihrer Auskunft erfährt.

Sonstige Nachweise

Wenn der Fotograf zum Beispiel behauptet, er wäre selbständiger Berufsfotograf, muss er auch eine Gewerbeanmeldung besitzen oder z.B. eine Gewerbekarte für seine Eintragung bei der IHK oder in der Handwerksrolle, die er vorzeigen kann. Außerdem kann man bei den Kammern auch anrufen oder online nachschauen, ob eine entsprechende Eintragung vorhanden ist.
Zudem besteht die Möglichkeit, dass der Fotograf  z.B. ein polizeiliches Führungszeugnis vorweisen könnte. Sowas hat man als „normaler“ Mensch natürlich auch nicht jeden Tag frisch greifbar, sondern besorgt sich sowas vielleicht 2-3 Mal im Leben, wenn man sich irgendwo für einen Job bewirbt. Andererseits kostet eine Beantragung nur wenige Euro, weshalb ich selbst seit längerer Zeit alle paar Monate einen solchen Nachweis anfordere (in dem dann natürlich jeweils steht „Keine Eintragungen“) und den ich dann bei Shootings immer auch immer als Original dabei habe. Wer ein Fotoshooting mit mir plant (mein Model oder bei Minderjährigen deren Eltern), dem sende ich auf Wunsch vorab einen Scan dieses Dokumentes zu. 

Thema und Locations checken …

Shooting-Thema /Aufnahmebereiche

Was die Art der Bilder betrifft, die während eines Fotoshootings entstehen sollen, ist es immer gut, wenn Du deine Grenzen (z.B. wieviel Haut Du zeigen willst) vorher klar, deutlich und zweifelsfrei nennst. Dies kann man sich z.B. auch gegenseitig mit Beispielbildern, die man sich im Internet sucht, deutlich machen. Achte darauf, nicht mehr zu versprechen, als Du wirklich bereit bist zu geben. Ein Fotograf, der dann aber während des Shootings dauernd versucht sich darüber hinwegzusetzen ist nicht seriös.

Akt-Shootings als Anfänger

Akt-Fotoshootings gehören zu den anspruchsvollsten Shooting-Arten, die es gibt. Je weniger Du am Körper trägst, umso wichtiger wird deine Pose, deine Körperspannung, der Licht/Schatten-Fall auf deiner Haut (usw.) und umso weniger kann man Unvorteilhaftes textil verstecken. Für eine Anfängerin ist ein Akt-Shooting daher meist wirklich keine gute Idee und ein seriöser Fotograf weiß das auch. Sei daher sehr vorsichtig, wenn dir ein Fotograf gleich zu Anfang direkt so ein Shooting aufschwatzen will und prüfe gewissenhaft ob das Sinn macht und nimm alle anderen Tipps dieser Sammlung bitte erst Recht umso ernster!

Bereitgestellte gestellte Outfits

Manchmal werden dir vom Fotografen auch Outfits zur Verfügung gestellt (so auch bei mir).  Gerade in solchen Fällen solltest Du dir (wenn Du ein Problem mit Durchsichtigkeit beim Stoff oder mit zu knappen Schnitten hast) diese Sachen schon VOR dem Termin ganz genau anschauen. Dies kann man mit Fotos machen, die dir der Fotograf vom Stoff anfertigt, aber auch dadurch indem man sich das Outfit vorher mal persönlich anschaut.

Um- und Ausziehen

Auch bei Akt-Shootings ist es vielen Models nicht angenehm, sich in Gegenwart des Fotografen auszuziehen oder nicht wenigstens die Wahl zu haben, selbst zu entscheiden, in einen getrennten Raum zu gehen. Wenn möglich sollte für solche privaten Momente immer ein ungestörter Raum zur Verfügung gestellt werden (was natürlich von der Location abhängt). Daher solltest Du den Punkt vorher klären, wenn er dir wichtig ist.

Shooting-Location

Soll das Shooting an einer anderen Adresse (als der Adresse des Fotografen) stattfinden, lass dir frühzeitig die kompletten Adressdaten geben und prüfe auch auch hier die Richtigkeit der Daten.
Bei einem Indoor-Shooting ist es wichtig zu wissen, um welche Art von Adresse es sich handelt: ist es ein offizielles gewerbliches Fotostudio (also eine Ladenadresse mit Kundenverkehr) oder ist es eine private Wohnung oder ein leerstehendes Gebäude irgendwo in einem verlassenen Gebiet, in dem Du dann mit dem Fotografen allein bist?

Lost Places / Rotten Places

Natürlich haben verlassene Häuser, Bunker und Industrieruinen optisch ihren besonderen Reiz, aber sie haben unter Umständen auch besondere Gefahren, auf die Du dich einlässt!
In vielen Fällen ist das Betreten solcher Gelände und Gebäude verboten und dies ist durch Zäune („Befriedungen“) oder ausgehängte Zutrittsverbote verdeutlicht. Wenn ihr das ignoriert oder ihr euch gar mit Hilfsmitteln Zugang verschafft, kann es sein, dass Du eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch riskierst, solange der Besitzer des Grundstücks oder der Immobilie nicht sein „OK“ gegeben hat. Ein seriöser Fotograf wird dich jedenfalls nicht in Gefahr bringen und dich deshalb nur dort shooten, wo er auch offiziell fotografieren darf oder wofür er eine Erlaubnis eingeholt hat – zumindest habe ich das bisher in solchen Fällen so gemacht (Beispielbild mit Natchan Cosplay oder ein freizügiges Beispiel mit Jacky).
Sei dir auch bewusst, dass sich dort viele Gefahren verstecken (nicht mehr tragfähige Böden / Decken /Geländer, Faulgase in Kellern und Bunkern, herunterfallende Dachteile) und was geschieht, wenn Du dort verunfallst, während Du dich dort illegal aufhältst? Wer hilft dir dann sachkundig und wer holt Rettung? Was passiert, wenn Du dort allein mit Leuten bist oder wenn Du dort auf Leute triffst, mit denen Du besser nicht allein sein willst? Ich kenne dazu mehr als nur einen Fall persönlich. Ist ein Foto ein solches Risiko wert?

Den Shooting-Vertrag checken …

„Kostenlose“ Fotoshootings

Es gibt Fotografen, die zwar mit „kostenlosen Fotoshootings“ werben, für die es dann aber angeblich doch notwendig ist, dass sich das Model aber kostenpflichtig in seine Model-Kartei eintragen und ggf. kostenpflichtig eine Sedcard erstellen lassen oder einen kostenpflichtigen Agentur-Vertrag abschließen muss. Die Hinweise auf solche Kosten werden natürlich auch leicht übersehen, wenn man sich nur von der Überschrift „kostenloses Fotoshooting“ blenden lässt und das Kleingedruckte nicht allzu genau liest. Dass Fotografen, die über ein solches Lockvogel-Konzept ihr Geld verdienen, dann natürlich möglichst vielen Mädchen erzählen, wie super ihre Chancen wären, kann man sich zumindest denken.
Außerdem muss man diese Verträge gut durchlesen, denn mir sind auch schon persönlich Fälle bekannt, die dann Probleme und Anwaltskosten hatten, um aus einem solchen kostenpflichtigen Verträgen wieder herauszukommen. Die renommierte Internetseite MIMIKAMA, die sich allgemein mit Betrügereien, Fakes und Unlauteren Angeboten im Internet beschäftigt und aufklärt, hat dazu auch bereits eine Warnmeldung herausgegeben: hier auf mimikama.at nachlesen.
Zu meinem Projekt Allsvartur.de: ich gebe an dieser Stelle noch einmal verbindlich und mit meinem persönlichen Versprechen die Auskunft, dass keine meiner Dienstleistungen kostenpflichtig sind. Von der Bewerbung über die Aufnahme in die Model-Kartei über das Fotoshooting und die Bearbeitung der Bilder bis hin zur späteren Aushändigung der Fotos inkl. der bearbeiteten Fotos kostet dies kein Geld. Meine „Bezahlung“ ist einzig und allein nur, dass ich die Fotos für meine Eigenwerbung verwenden darf.

Vertrag zuhause lesen

Ein schriftlicher Vertrag gehört zu jedem Shooting dazu, bei dem die Bilder später von einem der Beteiligten verwendet werden. Diesen Vertag solltest Du sorgfältig und dauerhaft aufbewahren, denn auch in Zukunft ist es wichtig, was mit deinen Fotos getan werden darf und wer darüber entscheidet. Für dich ist es auch wichtig schriftlich zu haben, ob Du die Fotos selbst verwenden darfst, denn  der Fotograf ist der Urheber dieser Bilder und hat die entsprechenden Urheberrechte inne (auch wenn Du auf den Fotos zu sehen bist).
Den Vertrag solltest Du möglichst schon zuhause einmal gewissenhaft durchgelesen haben. Einen Vertrag, der dir erst beim Shooting gezeigt wird und nicht ausführlich besprochen wird, solltest Du besser nicht unterschreiben und lieber auf das Shooting verzichten. Finger weg von allen Fotografen, die dir nicht vorab eine Ausfertigung des Vertrages zur Verfügung stellen!

Zusätzliche Absprachen

Sogenannte „Nebenabreden“ oder „Nebenabsprachen“, die Klauseln des Vertrages aufheben, ändern oder ergänzen sollten immer schriftlich im Vertrag dokumentiert und von den Vertragspartnern unterschrieben werden. In vielen Verträgen steht auch ausdrücklich, dass nur schriftliche Absprachen Geltung haben.
Je nach Shooting-Thema können solche Absprachen extrem wichtig sein! Zum Beispiel könnte geregelt sein, dass bei freizügigen Shootings keine Genitalien gezeigt werden oder dass individuelle Körpermerkmale (Narben, auffällige Muttermale) per Bildbearbeitung entfernt werden sollen.

Die Konsequenzen bedenken …

Fotos zur Model-Bewerbung / Nacktfotos

Um deine Figur z.B. im Rahmen einer Model-Bewerbung beurteilen zu können (was natürlich im Interesse eines Fotografen liegt), braucht man ganz gewiss keine Nacktfotos. Dafür reicht auch ein Foto in Bademode oder Unterwäsche völlig aus – und selbst dabei rate ich selbstverständlich dazu, gewissenhaft zu prüfen, ob der Fotograf auch wirklich seriös ist.
Kein Fotograf bezahlt einer blutigen Anfängerin wirklich Geld für einen tollen Modeljob, für den sie sich nur mit einem Nacktfoto qualifizieren kann. Sowas ist unseriöser Quatsch – insbesondere dann, wenn die Fotografen/Locations sehr weit entfernt sind und/oder großartige Karriere/Kostenübernahme-Versprechungen machen. Was Du mit solchen Nackt-Selfies produzierst und verschickst ist mit etwas Glück „nur“ eine Selbstbefriedigungs-Vorlage und im schlimmsten Fall ist es Fotomaterial, mit dem er dich erpressen kann (siehe zu diesem Thema auch Hinweise auf klicksafe.de)!
Einzig wenn Du dich speziell für ein Akt-Fotoshooting oder ein Akt-Projekt bewirbst, können nackte Bewerbungsbilder wirklich Sinn machen. Dass hier der Fotograf das vorher sehen und beurteilen will, was er später fotografiert soll (und was dann ohnehin auf den Fotos zu sehen sein wird), macht meines Erachtens nach Sinn. Dass Du dir aber natürlich lange vorher schon gut und reiflich überlegen solltest, mit wem Du überhaupt so ein Shooting durchführen willst, ist mehr als angebracht.

Zu freizügige Shooting-Aufnahmen

Im Vertrag sollte geregelt sein, welche Fotos zum Shooting gemacht werden. Es sollte dir aber auch immer klar sein, wer nach dem Shooting eigentlich entscheiden darf, welche Fotos verwendet werden (in der Regel und mit gutem Grund ist das der Fotograf). Besondere Brisanz erhält diese Frage aber bei freizügigen Fotoshootings, denn hier kann es sein, dass ein Foto mehr zeigt, als es dem Model lieb ist … und genau hier macht es Sinn zu klären, ob Du ein Mitsprache- oder sogar ein echtes Veto-Recht im Vertrag hast. In meinen Verträgen kannst Du dir zum Beispiel bei freizügigen Shootings schriftlich ein exklusives Veto eintragen lassen, so dass allein Du schon vorab 100% Kontrolle darüber hast, was jemals von dir gezeigt werden könnte.

Deine Fotos in der Öffentlichkeit

Sei dir absolut bewusst, dass ein Fotograf das Shooting mit dir macht, um die daraus entstehenden Fotos zu verwenden und das wird er auch tun, denn das ist für den Fotografen der Zweck & Sinn des Fotoshootings. Daher können auch bei absolut seriösen und ordentlich arbeitenden Fotografen für dich als Model Konsequenzen folgen, die Du VOR DEM FOTOSHOOTING selbst zu bedenken und für dich zu bewerten hast.
Nach einer Veröffentlichung von vertragsgemäß und beanstandungsfrei erstellten Aufnahmen als Model zu heulen, weil man die Fotos nun lieber doch nicht in der Öffentlichkeit haben will, ist dabei eine Sache, die nicht am Fotografen zweifeln lässt, sondern eindeutig an der Zurechnungsfähigkeit des Models. Dies gilt umso mehr, wenn das Fotoshooting vorher lange und ausführlich mit dem Fotografen besprochen wurde, der Vertrag transparent und vorher einsehbar war und auch mit dem Model noch einmal besprochen wurde und die Fotos auch dem Inhalt und Umfang entsprechen, der im Vertrag ausdrücklich genannt ist (z.b. „freizügig“ oder „akt“). Wenn das Model dann zudem auf ein angebotenes Vorauswahlrecht (wie es z.B. in meinen Verträgen angeboten wird) verzichtet oder dieses Veto-Recht nicht in dem Umfang angewendet hat, wie es ihr später lieber wäre, dann ist es für jeden normalen Menschen sehr schwer nachvollziehbar, wieso das Model dann hinterher etwas gegen die Veröffentlichung der verbleibenden Bilder haben sollte.
Daher solltest Du dir über die sich daraus ergebenden Konsequenzen Gedanken machen und dir selbst die folgende wichtige Frage stellen:

Kann ich im realen Leben damit leben, wenn diese Fotos in der öffentlichen Wahrnehmung auftauchen?

Auch Beziehungspartner versuchen oft vorzuschreiben, welche Fotos ein Model machen „darf“. Letztlich ist es dein eigenes Leben, das DU SELBST bestimmen und dir nicht von anderen diktieren lassen sollst (abgesehen von evtl. vorhandenen Erziehungsberechtigten natürlich). Ich habe es nämlich auch schon erlebt, dass Models wegen der Eifersucht ihres Partners auf tolle Shootings verzichtet haben und sich nur wenige Wochen danach herausgestellt hat, dass der Partner leider nicht die große Liebe war und die Beziehung schneller endete, als die Wartezeit auf den Shooting-Termin gedauert hätte. Dann ist das Bedauern des Models groß, wenn sie für diesen Kerl das Shooting abgelehnt hat und dann keine Gelegenheit mehr für ein Fotoshooting bekommt.

Der Model-Name

Wenn Du mit deinem vollen Vor- und Nachnamen als Model genannt werden möchtest, hat es gleichermaßen den Vor- und Nachteil, dass Du überall leicht durch Google & Co gefunden werden kannst. „Vorteil“ heißt, Du kannst schnell gefunden werden, wenn z.B. ein möglicher Auftraggeber irgendwo ein Foto von dir sieht und nach deiner Sedcard suchen will. „Nachteil“ heißt, wenn sich mal ein Typ in echt kranker Weise darin vernarrt hat, dir überall nachzustellen („Stalking„), lieferst Du ihm damit sehr einfach zu findende Hinweise.
Weiterhin ist zu bedenken, ob Du deinen echten Vor- und/oder Nachnamen verwenden möchtest, wenn Du vorhast Bilder machen zu lassen, die nicht jeder sehen soll. Wenn jeder Kollege bei deinem Arbeitgeber oder jeder Student deiner FH/Uni anhand deines Namens Aktfotos von dir im Internet findet, solltest Du dir vorher überlegen, ob das in deinem Sinne ist. Bei Verwendung eines Pseudonyms musst Du allerdings darauf achten, dass Du auf keiner Seite dein Pseudonym zusammen mit deinem echten Namen nennst. Ich selbst hatte schon ein Model, dass einen Künstlernamen trug um Akt-Fotos zu machen, aber auf einer anderen Webseite nannte sie ihren echten Namen zusammen mit ihrem Pseudonym … und da muss man sich nicht wundern, wenn man plötzlich auf Facebook und anderen Seiten von Fremden angesprochen wird, weil sie den echten Namen kennen.
Egal welchen Namen Du wählst, wenn Du eine richtige Model-Laufbahn (egal ob Hobby oder Job) anstrebst, solltest Du diesen Namen möglichst durchgängig verwenden, damit er zur Marke wird.

Über Castings und Agenturen …

„Kostenlose“ Castings insb. Massen-Castings

Immer wieder finden auch „Model-Casting-Events“ in Turnhallen, Hotels und Tagungsräumen verschiedener Städte statt, die von Agenturen veranstaltet werden und die angeblich „kostenlos“ sind. Anzeigen dafür findet man auch in der jeweiligen regionalen Tagespresse. Die Kostenlosigkeit ist zunächst auch meist richtig, denn dort gecastet (also nur mal angeschaut zu werden) ist dann auch kostenlos – jedoch sieht die Praxis oft so aus, dass den Teilnehmerinnen dann schnell der Kopf verdreht wird, welche großartigen Chancen sie auf dem Model-Markt hätten… aber um diese Chancen zu nutzen müsste man eben in eine Model-Kartei aufgenommen und dafür muss eine Sedcard erstellt werden und dies ist dann (im Gegensatz zum reinen Casting) dann meist ganz und gar nicht mehr kostenlos, sondern ordentlich kostenpflichtig.

Keine Vorauszahlungen/Bearbeitungsgebühren zahlen

Wenn Du ein gutes Model mit Potential bist und die richtige Agentur hast, gibt es keinen Grund dafür irgendwelche Vorauszahlungen zu leisten. Deine Agentur verdient Geld mit dir, indem sie dir lohnende Aufträge verschafft und von der Bezahlung des Kunden ihren Teil einbehält. Dann hat die Agentur auch ein echtes Interesse nur die Models zu casten, die auch wirklich Aussicht auf Chancen haben um diese dann auch schnell und oft in Engagement zu vermitteln. Eine Agentur, die von ihren Models bezahlt wird (auch wenn man es „Bearbeitungsgebühr“ und „Unkostenbeitrag“ oder sonst wie nennt) und dadurch ihr Geld verdient, hat meines Erachtens nach deutlich weniger Motivation dich wirklich erfolgreich zu vermitteln.

Falsche Model-Scouts

Gerade junge Mädels werden von falschen „Model-Scouts“ auf der Straße angesprochen und unter Umständen leicht mit großartigen Karriere-Versprechen geködert, um sie für „ganz andere Absichten“ gefügig zu machen. Lass dir nicht den Verstand von irgendwelchen Karriere-Träumen verdrehen, sondern bleib kritisch und realistisch, denn Du bist wirklich nicht das einzige hübsche Mädchen auf dem Markt.

Familie / Freunde einbinden …

Familie/Partner informieren

Wenn Du zu einem Shooting fährst, solltest Du deiner Familie auf jeden Fall die Information hinterlassen, wohin und zu wem du fährst. Viele Programme verfügen über GPS-Funktionen, mit denen Du deinen Standort an andere übermitteln kannst (z.B. bei WhatsApp). Mit der Übermittlung deines Standortes sind deine nächsten Angehörigen immer informiert, wo Du genau steckst. Dies kann gerade bei Industrie-Brachen oder mitten in der Natur hilfreicher sein als eine Adresse. Lass den Fotografen ruhig wissen, dass Du diese Daten zur Absicherung auch an deine Familie weitergibst.

Neuer Fotograf / Neue Agentur besser mit Begleitperson

Wenn Du einen Fotografen oder eine Agentur noch nicht persönlich kennst, ist es immer sicherer, eine Begleitperson mitzunehmen. Dies gilt umso mehr, wenn freizügige Fotos aufgenommen oder in nicht öffentlichen Räumen gearbeitet werden soll. Ein seriöser Fotograf wird keinen Grund haben, etwas verbergen zu wollen und deshalb nichts gegen eine still im Hintergrund anwesende Begleitperson haben. Mein Tipp: selbst wenn Du vielleicht gar nicht vor hast eine Begleitung mitzubringen, frage den Fotografen doch einfach mal, ob Du eine Begleitperson mitbringen darfst und prüfe damit die Reaktion des Fotografen.
Leider taugen nicht alle Begleitpersonen gleichermaßen für ein Shooting. Partner, die z.B. zu Eifersucht neigen, verhalten sich bei einem Shooting oft störend. Daher gibt es durchaus Fotografen, die Begleitpersonen zwar grundsätzlich erlauben, aber bestimmte Personen dabei ausschließen. So ist das auch bei mir, denn ich mag auch keine Partner beim Shooting dabei haben. Mir ging einfach schon viel zu oft die Stimmung beim Shooting den Bach runter, weil gerade junge heißblütige Männer oft schlecht damit leben können, wenn die Aufmerksamkeit und die schönen Augen ihrer Freundin mal für zwei/drei Stunden dem Fotografen gehören. Zudem weiß auch ich es sehr zu schätzen, wenn mein Model spätestens ab dem zweiten oder dritten Termin mir persönlich genug Vertrauen entgegenbringt, um ohne „Aufpasser“ aufzutauchen, denn es ist einfach ein schöneres Arbeiten, wenn es auf wirklicher Vertrauensbasis stattfindet und ich bin ehrlich, wenn ich hier sage, dass ich dann mit diesen Models auch viel lieber und häufiger zusammenarbeite, denn ich schätze das Vertrauen, das man mir entgegenbringt.
Einem Fotografen, der auch beim allerersten Fotoshooting jegliche Begleitpersonen ablehnt, würde ich definitiv nicht über den Weg trauen!!!

Der WICHTIGSTE Tipp!

Im Zweifel immer ablehnen!

Sollten dir nach Anwendung dieser Tipps Zweifel kommen, ob Du dich auf die Zusammenarbeit mit einem bestimmten Fotografen einlassen willst, dann würde ich dir dazu raten, das Projekt abzusagen – selbst wenn ich dieser Fotograf sein sollte. Ein tolles Fotoshooting ist viel wert, aber es lohnt sich einfach nicht, dass man dafür jedes Risiko in Kauf nimmt … und kein Foto der Welt ist mehr wert, als deine körperliche und seelische Unversehrtheit.

Bitte sei dir absolut klar darüber, dass dir diese Tipps keine 100% Garantie für ein absolut sicheres Fotoshooting geben. Sie sollen lediglich Anhaltspunkte für eine Bewertung deines Vorhabens liefern. Da sich dieser Text immer wieder erweitert und aktualisiert, kann es sicher nicht schaden, wenn Du mal wieder hier vorbeischaust. Ganz oben auf der Seite dieses Textes findet Du ab sofort auch immer eine Datumsangabe, die dir mitteilt, wann es zuletzt ein Update dieser Tipps gegeben hat.

Wenn Du lesen möchstest, was man als gutes Model meiner Meinung nach an Eigenschaften mitbringen (oder sich dafür aneignen sollte), dann empfehle ich dir auch noch den folgenden Artikel zu lesen: „Was ein Model braucht