Hobby-Model, aber sicher!

Erstellungsdatum: 04.03.2015
Letztes Update dieses Beitrags: 21.05.2018

Einleitung

Aus vielen Erzählungen meiner Models aber auch aus eigenen Erlebnissen meiner inzwischen jahrelangen Erfahrung weiß ich, dass sich gerade Model-Einsteigerinnen oftmals gutgläubig und unbedarft auf das Thema „Modeln“ bzw. „Fotoshooting“ einlassen. Deshalb aktualisiere ich diesen Artikel in unregelmäßigen Abständen immer wieder einmal, um ihn als gut gemeinte Hilfestellung all jenen an die Hand zu geben, die sich insbesondere als Anfängerin / Einsteigerin („Newcomer“) mit dem Thema „Modeln“ beschäftigen wollen.

Ich will damit weder Angst machen, noch abschrecken, sondern lediglich zur einem gewissen Maß an notwendiger Vorsicht raten. Damit beziehe ich nicht nur auf die Gefahren, denen man sich aussetzten kann, wenn man nicht aufpasst und sich Menschen mit wirklich bösen Absichten ausliefert (nicht jeder Mann mit Kamera ist auch wirklich ein Fotograf), sondern auch auf die Konsequenzen hinweisen, die sich aus einer Betätigung als Model selbst bei einem absolut ordnungsgemäßen und seriösen Fotoshooting ergeben und an die man als Anfängerin vorher vielleicht nicht gedacht hat.

Diesen Beitrag zu lesen dauert nicht länger als 15 Minuten, kann euch unter Umständen aber viel Ärger ersparen. Ich finde, das ist gut investierte Zeit. Nimm dabei aber zur unbedingt Kenntnis, dass diese Tipps keine 100% Garantie für ein absolut sicheres Fotoshooting geben. Es sind lediglich aus der jahrelangen Erfahrung geborene Ratschläge.

Was Du tun kannst …

Prüfe die Kontaktdaten des Fotografen

Wenn der Fotograf über eine eigene Webseite verfügt, muss sie auch über ein Impressum (Anbieterkennzeichnung) verfügen. Dort kannst Du den Namen und die Adressdaten entnehmen, die Du bei dir bisher völlig unbekannten Menschen auf jeden Fall einmal durchlesen und auch auf Wahrheitsgehalt prüfen solltest. Dies kannst Du tun, indem Du z.B. mal bei Google Maps nach der Adresse suchst oder die Telefonnummer mal anrufst.
Sollte der Fotograf laut eigener Aussage keine Homepage zu besitzen, lass dir seinen kompletten Namen, die komplette Anschrift und Telefonnummer dann eben schriftlich bzw. per Email geben und prüfe diese Daten in der gleichen Weise wie beschrieben. Wenn der Fotograf angeblich bei einer bzw. für eine Agentur arbeitet, lass dir die Daten der Agentur geben und prüfe das VOR dem Shooting nach.

Prüfe den Internet-Auftritt des Fotografen
Beispiel Impressum

Beispiel Impressum

Jeder Fotograf fängt mal bei Null an, aber eine Homepage, eine Fanpage oder wenigstens eine Sedcard in einer öffentlichen Galerie (Flickr, Fotocommunity, Tumblr, Pinterest) hat ein Fotograf auch ganz am Anfang schon. Natürlich sind solche Seiten bei einem Anfänger weniger gut ausgebaut als bei Fotografen, die schon seit Jahren tätig sind. Solche Seiten sind aber wichtig, um zu sehen, was der Fotograf bisher bewerkstelligt hat und wie es um seine Sorgfalt steht.
Eine schnell dahingeklatschte Homepage mit unzureichenden oder widersprüchlichen Informationen, fehlenden Bildern und längst veralteten Inhalten ist nicht unbedingt ein Markenzeichen.
Nutze auch das Impressum dieser Seiten um die Daten des Fotografen zu prüfen. Ein Fotografen-Auftritt im Internet ohne Impressum ist sehr zweifelhaft und absolut nicht professionell. Auch eine Fanpage (z.B. in Facebook) benötigt ein Impressum, wenn der Fotograf dort eigene Inhalte präsentiert.
Sei sehr vorsichtig bei Fotografen, die behaupten, gar keine Homepage zu haben bzw. dir mit seltsamen Begründungen erzählen, wieso ausgerechnet nur heute die tolle Homepage gerade mal ausnahmsweise offline ist.

Prüfe sein bisheriges Schaffen

Wenn der Fotograf meint, bereits einige Erfahrung in dem Thema zu haben (dass er mit dir shooten will) oder wenn er behauptet, er wäre schon seit Jahren professionell dabei, wird er dazu auch schon Werke ausgestellt haben. Alles andere wäre mehr als seltsam.
Schau dir deshalb im Internet die bisherigen Fotos dieses Fotografen an, ob dir die Bilder überhaupt gefallen oder ob der Fotograf in Stil, Ausdruck und Können eher doch nicht dein Fall ist. Vergleiche auch, was für Aufnahmen der Fotograf bisher gemacht hat. Wenn auf seiner Seite ausnahmslos Bilder von nackten Menschen zu sehen sind und er ein Shooting mit dir machen will, wäre das z.B. ein Anlass noch einmal verbindlich zu klären, welcher Art dieses Shooting sein soll…

Sind es wirklich seine Bilder?
Signatur checken

Signatur checken

Teil 1: Vergleiche die Signatur im Bild.
Die allermeisten Fotografen hinterlassen bei öffentlich im Internet gezeigten Bildern ihren Namen irgendwo im Bild („Signatur“), um anzuzeigen, wer das Foto aufgenommen hat und natürlich auch um etwas Werbung für sich zu machen. Das ist zwar keine Pflicht, aber es ist gängige Praxis.
Je nach Fotograf finden sich solche Namenszüge mehr oder weniger dezent direkt im Bild oder an einer der Bildkanten /Bildecken. Manche Fotografen machen das auch halb durchsichtig (transparent) als „Wasserzeichen“.
Anhand solcher Merkmale kannst durch einen Blick prüfen, ob dort eventuell der Name eines völlig anderen Fotografen oder einer anderen Webseite steht oder ob daran herummanipuliert wurde (evtl. wurde auch das Bild abgeschnitten), denn wenn ein Fotografenname vorhanden ist, sollte er natürlich zum Namen des Fotografen passen, der diese als seine Bilder ausgegeben hat.
Dies ist allerdings nur ein sehr grober Hinweis, denn jeder kann mit kostenloser Software in irgendwelche fremden Bilder (illegal) seinen eigenen Namen einbauen.

Google Bildsuche (Quelle: Google.de)

Google Bildsuche (Quelle: Google.de)

Teil 2: Nutze die Google-Bildsuche.
Ob die Fotos, die Du von diesem Fotografen bisher kennst, wirklich vom diesem Fotografen stammen oder ob er sich diese Bilder eventuell im Internet geklaut hat und nun als seine Werke ausgibt, kannst Du zwar nicht 100% prüfen, aber Du kannst die Google Bildsuche wenigstens checken lassen, ob es sich dabei um einen sehr dummen Bilder-Dieb handelt.
Ein Foto, das im Internet auf den Seiten von hundert völlig anderen Menschen ebenfalls gezeigt oder in unterschiedlicher Weise gebraucht wird, lässt zumindest die Frage aufkommen, ob ausgerechnet dein Fotograf wirklich der Urheber dieser Aufnahme ist. So etwas kannst Du anhand einer Bilder-Suchmaschine testen.
Dazu kannst Du die Google-Bildsuche aufrufen. Dann kopierst Du die Bild-Adresse (URL) eines Bildes deines Fotografen in die Suchzeile und Google zeigt dir dann alle bekannten Webseiten, auf denen dieses Bild bisher auch gefunden wurde. Die Adresse eines Bildes im Internet kann man meist erfahren, wenn man mit der rechten Maustaste auf das Bild klickt. Wenn Du nicht weißt, wie man die Adresse eines Bildes herausfindet, kannst Du auch ein Bild des Fotografen als Datei in die Google-Bildsuche hochladen.
Da viele Fotografen (wie auch ich) in mehreren Portalen gleichzeitig angemeldet sind, ist es aber durchaus normal, dass man die gleichen Bilder auf verschiedenen Seiten findet, ABER die Information über den jeweiligen Urheber sollten auf die Identität des gleichen Fotografen hinweisen.
Kleine Abweichungen und Verwechslungen (z.B. dass Google nicht das gleiche, sondern ein sehr ähnliches Bild zeigt) sind natürlich möglich. Dennoch ist die Google-Bildsuche ein nützliches Werkzeug, um den Menschen auf die Schliche zu kommen, die sich nur als Fotografen ausgeben und sich dabei Bildern anderer Urheber bedienen.

Lese eventuell bereits vorhandene Bewertungen
Bewertungen lesen

Bewertungen lesen

In einigen großen Online-Portalen können sich Models und Fotografen nach einem Shooting gegenseitig beurteilen –  ähnlich wie man das z.B. von Ebay her kennt. Frage deinen Fotografen danach, ob er in großen Model/Fotografen-Portalen angemeldet ist.
Dort kannst Du in den Bewertungen dann auch viel über die Zuverlässigkeit und Seriosität deines Fotografen erfahren. Sei dir aber bewusst, dass auch Models nur Menschen sind, die sich auch mal ungerecht behandelt fühlen und/oder schädigende Absichten verfolgen können. Wenn also mal eine einzelne nicht so tolle Bewertung dabei sein sollte, muss das nicht gleich etwas bedeuten. Es geht um das Gesamtbild aller Bewertungen, auf das Du achten solltest.
Manche Fotografen (so wie ich) haben solche Model-Meinungen auch auf der eigenen Webseite eingebaut. In meinem Fall findest Du zwar ebenfalls durchgängig gute Bewertungen in diversen Fachportalen, ich habe aber auch hier auf meiner Seite alle Meinungen meiner Models nach Jahren sortiert: 2018 /2017 / 2016 / 2015 / 2014 / 2013.

Die letzten/aktuellen Fotopartner checken
Shootingpartner

Shootingpartner

Wenn der Fotograf Fotos auf seiner Facebook-Seite mit den Userprofilen seiner Models verknüpft hat, schreib sie ruhig mal an und frage nach, ob sie zufrieden waren und wie sie den Fotografen so finden (falls der Fotograf solche Meinungsbilder seiner Models nicht auf der Homepage hat). Ein Model, dass mit seinem Fotografen zufrieden ist und Vertrauen hat, wird dir dann auch sicher Auskunft geben. Hier macht es vor allem Sinn die aktuellsten Foto-Partner anzufragen, denn diese haben frische Erinnerungen und Eindrücke, denn es bringt dir meist wenig zu wissen, wie der Fotograf vor zwei oder drei Jahren gearbeitet haben mag.
Wenn dir ein Model mal wirklich eine sehr negative Auskunft über einen Fotografen gibt, deine anderen Eindrücke/Meinungen aber positiv für den Fotografen sprechen, ist es natürlich schwer eine zutreffende Einordnung vorzunehmen, weil man nicht die wahre Motivation der Person kennt, welche dir die sehr negative Auskunft gab.
Dies gilt insbesondere, wenn es sich nicht um ein aktuelles Model des Fotografen handelt, sondern die letzte Zusammenarbeit schon einige Zeit her ist. Daher rate ich dir in solchen Fällen zu prüfen, wie das Model damals den Fotografen beurteilt hat (bei uns kann man sowas nachlesen: 2017 / 2016 / 2015 / 2014 / 2013). Wenn die Beurteilung damals top oder zumindest positiv war und sie nun plötzlich sehr negativ ist, sind es ziemlich sicher eher andere Gründe, wieso das Model nun kein gutes Wort mehr übrig hat (z.B. weil das Model aus der Modelkartei des Fotografen geworfen wurde und sich nun „revanchieren“ möchte). Sowas kam auch bei mir schon vor.
Ein probates und auch faires Mittel ist es, den Fotografen mit einer negativen Auskunft des Models zu konfrontieren, um zu sehen, was er dazu zu sagen hat. Es wird das Model auch eher motivieren wahrheitsgemäß zu berichten, wenn es weiß, dass auch der Fotograf von ihrer Auskunft erfährt.
Solltest Du dennoch Zweifel haben, dann mach das Shooting mit diesem Fotografen nicht, denn Du wirst dich beim Shooting kaum wohl fühlen.

Nach evtl. vorhandenen Nachweisen fragen
Führungszeugnis

Führungszeugnis

Sicher, das geht nicht immer, aber in vielen Fällen kann man auch durch Nachweise checken, ob der Fotograf wirklich ist, was er zu sein vorgibt.
Wenn der Fotograf zum Beispiel behauptet, er wäre selbständiger Berufsfotograf, muss er auch eine Gewerbeanmeldung besitzen oder z.B. eine Gewerbekarte für seine Eintragung bei der IHK oder in der Handwerksrolle, die er vorzeigen kann. Außerdem kann man bei den Kammern auch anrufen oder online nachschauen, ob eine entsprechende Eintragung vorhanden ist.
Zudem besteht die Möglichkeit, dass der Fotograf  z.B. ein polizeiliches Führungszeugnis vorweisen könnte. Sowas hat man als „normaler“ Mensch natürlich auch nicht jeden Tag greifbar, sondern besorgt sich sowas vielleicht 2-3 Mal im Leben, wenn man sich irgendwo für einen Job bewirbt. Daher solltest Du es dem Fotografen nicht unbedingt negativ auslegen, wenn er sowas nicht vorweisen kann. Andererseits kostet eine Beantragung bei uns in Hamm im Bürgeramt zum Beispiel nur Euro 13,- (Stand Januar 2018), weshalb ich selbst seit längerer Zeit alle paar Monate einen solchen Nachweis anfordere, den ich dann bei Shootings immer auch immer als Original dabei habe.
Außerdem können sich meine Models das Dokument auch vorab auf der Homepage ansehen. Dafür gelten jedoch zwei Einschränkungen: Erstens ist alles geschwärzt, was nicht unbedingt notwendig ist um den Bezug zu mir und zum Status „Keine Eintragungen“ herzustellen und Zweitens ist ein Zugang (Username und Passwort) notwendig, denn ich will sicherstellen, dass persönliche Informationen über mich nicht im gesamten Internet oder für die Google-Bildsuche verfügbar sind (Gefahr des Identitätsdiebstahls). Einen entsprechenden Zugang (Username und Passwort) erhalten auf Anfrage aber alle Personen mit berechtigten Interesse (z.B. meine Models oder deren Eltern). Für alle, die bereits einen Zugang erhalten haben, ist hier noch einmal der Link zum Login: [KLICKEN]

Familie/Partner über das Vorhaben informieren

Wenn Du zu einem Shooting fährst, solltest Du deinem Partner oder deiner Familie auf jeden Fall die Information hinterlassen, wohin und zu wem du fährst, wie Du dort zu erreichen bist (Name/Anschrift des Fotografen, Ort des Shootings, Telefonnummer des Fotografen) und wann Du ungefähr zurück bist. Somit weiß im Notfall immer noch jemand, wo man dich findet. Lass auch den Fotografen ruhig wissen, dass Du die Daten von ihm und dem Termin auch an deine Familie oder deinen Partner gegeben hast.

Themengebiete und Location lange vorher besprechen

Damit Du dich nicht der Situation ausgesetzt siehst, dass dich ein Fotograf während des Shootings zu überreden versucht, Bilder von dir zu machen, die Du eigentlich gar nicht machen lassen wolltest (z.B. Nacktfotos = Aktaufnahmen) oder damit Du dich nicht völlig unvorbereitet allein im dunklen Keller eines verlassenen Hauses stehend wiederfindest, ist es in deinem eigenen Sicherheitsinteresse, dass Du mit dem Fotograf VORHER besprichst, welche Aufnahmen gemacht werden und in welcher Umgebung das stattfinden soll.

Shooting-Location checken

Soll das Shooting an einer anderen Adresse (als der Adresse des Fotografen) stattfinden, lass dir frühzeitig die kompletten Adressdaten geben und prüfe auch auch hier die Richtigkeit der Daten.
Bei einem Indoor-Shooting ist es wichtig zu wissen, um welche Art von Adresse es sich handelt: ist es ein offizielles gewerbliches Fotostudio (also eine Ladenadresse mit Kundenverkehr) oder ist es eine private Wohnung oder ein leerstehendes Haus (siehe dazu weiter unten) in der Du dann mit dem Fotografen allein bist?

Achtung bei Lost Places / Rotten Places

Natürlich haben verlassene Häuser, Bunker und Industrieruinen optisch ihren besonderen Reiz, aber sie haben unter Umständen auch besondere Gefahren, auf die Du dich einlässt!
In vielen Fällen ist das Betreten solcher Gelände und Gebäude verboten und dies ist durch Zäune („Befriedungen“) oder ausgehängte Zutrittsverbote verdeutlicht. Wenn ihr das ignoriert oder ihr euch gar mit Hilfsmitteln Zugang verschafft, kann es sein, dass Du eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch riskierst. Wem eine Immobilie gehört (auch wenn sie leerstehend oder verlassen sein sollte) und wen man wegen einer Erlaubnis fragen muss, kann man z.B. über das Katasteramt herausfinden.
Sei dir auch bewusst, dass solche Orte unter Umständen nicht mehr sicher sind und was geschieht, wenn Du dich illegal auf einem Lost Place aufhältst und der Boden, die Decke oder die Treppe nachgibt oder Du dich sonst irgendwie schwer verletzt. Ich kenne dazu mehr als nur einen Fall persönlich. Wer hilft dir dann sachkundig und wer holt Rettung (usw.)? Ist ein Foto ein solches Risiko wert? Das Thema sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Ein seriöser Fotograf wird dich jedenfalls nicht in Gefahr bringen und dich deshalb nur dort shooten, wo er auch offiziell fotografieren darf oder wofür er eine Erlaubnis eingeholt hat – zumindest habe ich das bisher in solchen Fällen so gemacht (Beispielbild mit Natchan Cosplay).

Kein Shooting ohne frühzeitige Vertragsabsprache
Nicht einfach unterschreiben

Nicht einfach unterschreiben

Ein schriftlicher Vertrag gehört zu jedem Shooting dazu, bei dem die Bilder verwendet werden sollen. Außerdem solltest Du den Vertag sorgfältig und dauerhaft aufbewahren.
Es ist für dich wichtig, schriftlich in der Hand zu haben, was mit deinen Fotos später getan werden darf und wer darüber entscheidet. Es ist auch wichtig für dich schriftlich zu haben, ob Du die Fotos selbst veröffentlichen und verwenden darfst, denn auch wenn Du auf den Fotos zu sehen bist gilt der Fotograf als Urheber dieser Bilder und hat die entsprechenden Urheberrechte inne.
Den Vertrag solltest Du möglichst lange schon vor dem Shooting einmal gewissenhaft durchgelesen haben. Nur wer etwas im Vertrag zu verbergen hat, wird sich weigern dir den Vertrag auch schon vor dem Shooting-Termin zur Verfügung zu stellen.
Einen Vertrag, der dir erst unmittelbar beim Shooting zur schnellen Unterschrift vorgelegt und nicht ausführlich (mit allen Bestimmungen) besprochen wird, solltest Du besser nicht unterschreiben und lieber auf das Shooting verzichten. Immerhin kann man zumindest mutmaßen, dass es einen seltsamen Grund geben wird, wieso der Vertrag nicht schon vorher gelesen werden durfte und wieso man beim Vorgespräch nicht genau auf alle darin enthaltenen Klauseln eingehen wollte.

Zur Verfügung gestellte Outfits prüfen
Making of Fotoshooting mit Gina

Bereitgestellte Outfits checken

Manchmal werden dir vom Fotografen auch Outfits zur Verfügung gestellt. Ich selbst stelle gelegentlich verschiedene weiße Kleider, die manchmal auch leicht durchsichtig sein können, meinen Models zur Verfügung. Gerade in solchen Fällen solltest Du dir (wenn Du ein Problem mit Durchsichtigkeit beim Stoff oder mit zu knappen Schnitten hast) diese Sachen schon VOR dem Termin ganz genau anschauen. Dies kann man mit Fotos machen, die dir der Fotograf vom Stoff anfertigt, aber auch dadurch indem man sich das Outfit vorher mal persönlich anschaut.  Ich bin auch schon vor dem Termin persönlich zu meinem Model gefahren und hab sie das Kleid bei sich zuhause testen lassen … ein Aufwand der sich lohnt, denn wenn zum Termin alles aufgebaut, startklar und anwesend ist und Du dann erst bemerkst, dass das Outfit vielleicht doch etwas zu knapp geschnitten oder zu durchsichtig ist, dann lastet ein unangenehmer Druck auf dir, weil mit deiner möglichen Weigerung in das Outfit zu schlüpfen dann der Termin ins Wasser fällt.

Zusätzliche Absprachen immer schriftlich fixieren

Sogenannte „Nebenabreden“ oder „Nebenabsprachen“, die Klauseln des Vertrages aufheben, ändern, ergänzen oder die völlig neue Vereinbarungen enthalten, sollten IMMER schriftlich im Vertrag dokumentiert und von den Vertragspartnern unterschrieben werden.Behaupten kann man hinterher viel wer von den Shootingpartnern angeblich irgendwann mal irgendwas mündlich zugesagt oder vereinbart haben soll und das hat meist keinen belastbaren Bestand, wenn es nicht schriftlich fixiert worden ist.
Je nach Shooting-Thema können solche Absprachen elementar wichtig sein (z.B. dass bestimmte Körperregionen wie Genitalbereiche bei freizügigen Shootings nicht zu sehen sein sollen). Bei freizügigen Bodypart-Shootings (die oft deshalb gemacht werden, weil man dann kein Gesicht sieht) kann es z.B. sinnvoll sein schriftlich zu vereinbaren, dass individuelle Körpermerkmale (Tattoos, Piercings usw) per Bildbearbeitung entfernt werden sollen, um Rückschlüsse auf die wahre Person zu vermeiden.

Mach dir Gedanken über die Konsequenzen

Sei dir bewusst, dass der Fotograf das Shooting mit dir macht, um die daraus entstehenden Fotos zu verwenden.
Jeder möchte schöne Fotos von sich haben, doch gerade bei kostenlosen TFP-Shootings (wenn der Fotograf das Recht bekommt, die Fotos in elektronischen und gedruckten Medien auszustellen) sollte man sich über die sich daraus ergebenden Konsequenzen Gedanken machen und sich selbst die folgende wichtige Frage stellen:

Kann ich als Model damit leben, wenn ich mit diesen Fotos in der öffentlichen Wahrnehmung auftauche?

Letztlich ist es dein eigenes Leben, das DU SELBST bestimmen und dir nicht von anderen diktieren lassen sollst (abgesehen von evtl. vorhandenen Erziehungsberechtigten natürlich).
Ich habe es nämlich auch schon erlebt, dass Models wegen der Eifersucht ihres Partners auf tolle Shootings verzichtet haben und sich nur wenige Wochen danach herausgestellt hat, dass der Partner leider nicht die große Liebe war und die Beziehung schneller endete, als die Wartezeit auf den Shooting-Termin gedauert hätte. Dann ist das Bedauern des Models groß, wenn sie für diesen Kerl das Shooting abgelehnt hat und dann keine Gelegenheit mehr für ein Fotoshooting bekommt.

Angeblich zwingend notwendige Nackt-Selfies

Es gibt immer wieder leichtgläubige Anfängerinnen, die von angeblichen „Fotografen“ mit besonders gut bezahlten Model-Jobs gelockt werden, wenn sie vorher ein paar Akt-Selfies (Nacktbilder) anfertigen und an den angeblichen „Fotografen“ senden. Sowas ist unseriöser Quatsch!
Insbesondere dann, wenn die Fotografen/Shootings sehr weit entfernt sind oder großartige Karriere/Kostenübernahme-Versprechungen gemacht werden, sei ganz besonders vorsichtig, für wen Du solche Fotos anfertigst und zur Verfügung stellst. Ich kenne kein Shootingvorhaben, bei dem es wirklich notwendig ist, dass ich mir von einem Anfänger wirklich Nacktbilder schicken lassen muss…. außerdem gehören freizügige Shootings (z.B. Aktshootings) allgemein zu den schwersten/anspruchsvollsten Shootings und sind garantiert nichts für blutige Anfänger.
Was Du mit solchen Nackt-Selfies produzierst und verschickst ist mit etwas Glück „nur“ eine Wix-Vorlagen für diesen Kerl und im schlimmsten Fall ist es Fotomaterial, mit dem er dich erpressen kann!
Überlege dir deshalb wirklich ganz genau, wem Du Nackt-Selfies von dir sendest und ob die Person wirklich die ist, für die sie sich ausgibt. Wenn Du solche Nacktfotos erstmal aus der Hand gegeben hast, hast Du keine Kontrolle mehr über ihre Verwendung und Verbreitung (das gilt übrigens auch für Fotos, die Du für deinen Partner machst, falls er irgendwann mal zu deinem Ex-Partner werden sollte).
Übrigens: um deine Figur beurteilen zu können, was natürlich und verständlicherweise im Interesse des Fotografen liegt, braucht man ganz gewiss keine Nackt-Selfies. Dafür reicht auch ein Foto in Bademode oder Unterwäsche völlig aus – und auch hier rate ich selbstverständlich dazu, gewissenhaft zu prüfen, ob der Fotograf auch wirklich seriös ist.

Um- und Ausziehen ist Privatsache

Selbst während freizügiger Shootings ist es unüblich, dass sich das Model in Gegenwart des Fotografen auszieht. Für solche privaten Momente sollte dem Model immer ein privater, ungestörter Raum zur Verfügung gestellt werden.  Gerade dann, wenn Du in dir noch unbekannten Locations (Studio, Privatwohnung usw) shootest oder den Fotografen noch nicht gut kennst, solltest Du vorher ausdrücklich nachfragen, ob dir ein solcher Raum allein zur Verfügung steht.

Ungewollte Bilder

Wenn die Vertragsbesprechung so verlief, wie sie verlaufen sollte, müsstest Du bescheid wissen was mit Aufnahmen geschieht, die Du keinesfalls veröffentlicht wissen willst.
Dass keine Aufnahmen von dir gemacht werden sollten, wenn Du dich z.B. gerade aus- oder umziehst (solange dies nicht eventuell zum Shooting-Thema gehört und im Vertrag auch ausdrücklich geregelt ist), ist selbstredend. Jedoch können auch beim offiziellen Shooting-Teil Aufnahmen entstehen, die mehr zeigen als dir lieb ist oder die dich allgemein in einer Weise zeigen, die Du nicht magst.
Vergewissere dich daher immer, was dann in solchen Fällen vertraglich gilt: darf der Fotograf alleine aussuchen, was von dir veröffentlicht wird oder hast Du ein Mitsprache- oder sogar ein echtes Veto-Recht? In meinen Verträgen kannst Du dir zum Beispiel schriftlich ein exklusives Veto eintragen lassen, so dass allein Du schon vorab 100% Kontrolle darüber hast, was jemals von dir gezeigt werden könnte.

Karriere- und Honorar-Versprechungen

Insbesondere junge Models (die sich im echten Geschäfts- und Berufsleben noch nicht auskennen) sind von falschen „Fotografen“ unter Umständen leicht mit großartigen Karriere-Versprechen zu ködern, um sie für „ganz andere Absichten“ gefügig zu machen. Es sind mir durch die Erzählungen von Models Versuche von falschen „Fotografen“ oder sogenannten „Model-Scouts“ bekannt, bei denen die Devise galt: „Sei lieb zu mir, dann ich mach dich berühmt“.  Sei sicher: ein professioneller Fotograf arbeitet so nicht!
Natürlich wäre es super, wenn man als Model mit seinem Hobby auch Geld verdienen könnte und vielen erfahrenen / sehr geübten Models gelingt das auch … aber lass dir nicht das Hirn von irgendwelchen hohen Geld-Angeboten verdrehen, sondern bleib kritisch und realistisch.
Denk mal darüber nach: wie viele Models es gibt, die kostenlos modeln und womöglich auch noch viel erfahrener und professioneller sind als Du? Frag dich deshalb: Wieso sollte sich ein Fotograf (der womöglich nicht einmal in deiner Nähe wohnt) Unkosten mit dir aufhalsen, wenn anzunehmen ist, dass auch in seiner Gegend genug kostenlose Models zur Verfügung stehen müssten…?
So lange Du noch kein nahezu professionelles Model bist, halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass ein Geldbetrag oder die Übernahme von Unkosten durch den Fotografen wirklich ernst gemeint sind … das alles dient wohl eher dazu ganz andere Motive des „Fotografen“ zu verschleiern.

Angeblich „kostenlose“ Castings und Fotoshootings

Immer wieder finden auch „Model-Casting-Events“ in Turnhallen und Tagungsräumen verschiedener Städte statt, die von Agenturen veranstaltet werden und die angeblich „kostenlos“ sind. Anzeigen dafür findet man auch in der jeweiligen regionalen Tagespresse.
Die Kostenlosigkeit ist zunächst auch meist richtig, denn dort gecastet (also nur mal angeschaut zu werden) ist dann auch kostenlos – jedoch sieht die Praxis oft so aus, dass den Teilnehmerinnen dann schnell der Kopf verdreht wird, welche großartigen Chancen sie auf dem Model-Markt hätten… aber um diese Chancen zu nutzen müsste man eben in eine Model-Kartei aufgenommen und dafür muss eine Sedcard erstellt werden und dies ist dann (im Gegensatz zum reinen Casting) dann nicht mehr kostenlos, sondern ordentlich kostenpflichtig.
Ebenso gibt es auch Fotografen, die mit „kostenlosen Fotoshootings“ werben, für die es dann aber notwendig ist, dass sich das Model in eine Model-Kartei eintragen und ggf. eine Sedcard erstellen lassen muss – was dann aber auch oft wieder kostenpflichtige Dienstleistungen sind. Die Hinweise auf solche Kosten werden dann natürlich auch leicht übersehen, wenn man sich nur von der Überschrift „kostenloses Fotoshooting“ blenden lässt und das Kleingedruckte nicht allzu genau liest.
Dass Agenturen, Veranstalter und Fotografen, die über ein solches Lockvogel-Konzept ihr Geld verdienen, dann natürlich möglichst vielen Mädchen erzählen, wie super ihre Chancen wären, kann man sich zumindest denken.
So eine Aufnahme in irgendeine Agentur-Kartei und die Erstellung einer Sedcard kann aber richtig ins Geld gehen und ist keine Garantie für Model-Aufträge und in sehr vielen Fällen bezweifle ich stark, dass es sonst irgendeinen nachweisbaren Wert hat (im Vergleich zu einer Sedcard, die sich ein Model auch selbst ganz kostenfrei erstellen und bei Bewerbungen per Email versenden kann). Außerdem muss man diese Verträge gut durchlesen, denn mir sind auch schon persönlich Fälle bekannt, die dann Probleme und Anwaltskosten hatten, um aus einem solchen kostenpflichtigen Agentur-Vertrag wieder herauszukommen.

Neuer Fotograf / Erster Termin besser mit Begleitperson

Wenn Du einen Fotografen noch nicht persönlich kennst, ist es immer sicherer, eine Begleitperson zum Shooting mitzubringen. Dies gilt umso mehr, wenn freizügige Fotos aufgenommen oder in nicht öffentlichen Räumen gearbeitet werden soll.
Ein seriöser Fotograf (der nichts Böses im Schilde führt) wird keinen Grund haben etwas verbergen zu wollen und deshalb nichts gegen eine still im Hintergrund anwesende Begleitperson haben.
Mein Tipp: selbst wenn Du vielleicht gar nicht vor hast eine Begleitung mitzubringen, frage den Fotografen doch einfach mal, ob Du eine Begleitperson mitbringen darfst und prüfe damit die Reaktion des Fotografen.
Leider taugen nicht alle Begleitpersonen gleichermaßen für ein Shooting. Partner, die z.B. zu Eifersucht neigen, verhalten sich bei einem Shooting oft störend. Daher gibt es durchaus Fotografen, die Begleitpersonen zwar grundsätzlich erlauben, aber bestimmte Personen dabei ausschließen und zu einer Alternative (Schwester, Freundin usw) raten.
So ist das auch bei mir, denn ich mag auch keine Partner beim Shooting dabei haben, weil wir einfach keine Lust mehr auf wirklich dumme und vor allem überflüssige Eifersuchtsszenen habe. Mir ging einfach schon viel zu oft die Stimmung beim Shooting den Bach runter, weil gerade junge heißblütige Männer oft schlecht damit leben können, wenn die Aufmerksamkeit und die schönen Augen ihrer Freundin mal für zwei/drei Stunden dem Fotografen gehören. Zudem weiß ich es zu schätzen, wenn mein Model spätestens ab dem zweiten oder dritten Termin mir persönlich genug Vertrauen entgegenbringt, um ohne „Aufpasser“ aufzutauchen, denn es ist einfach ein schöneres Arbeiten, wenn es auf wirklicher Vertrauensbasis stattfindet.
Einem Fotografen, der aber kategorisch jegliche Begleitpersonen auch beim ersten Shooting ablehnt, würde ich definitiv nicht über den Weg trauen. Finger weg!

Zum Schluss der wichtigste Tipp von allen

Im Zweifel immer ablehnen!

Sollten dir nach Anwendung dieser Tipps nun große Zweifel kommen, ob Du dich auf die Zusammenarbeit mit einem bestimmten Fotografen einlassen willst, dann würde ich dir eher dazu raten, das Projekt abzusagen. Das ist mein genereller Rat, selbst wenn ich selbst dieser Fotograf sein sollte, bei dem Du dir aus irgendwelchen Gründen einfach nicht sicher bist.
Ein schönes Shooting ist viel wert, aber es lohnt sich einfach nicht, dass man dafür jedes Risiko in Kauf nimmt … und kein Foto der Welt ist mehr wert, als deine körperliche und seelische Unversehrtheit.

 

Soweit mein Ratgeber zum sicheren Modeln. Wenn Du noch lesen willst, was man als Model meiner Meinung nach an Eigenschaften mitbringen (oder sich dafür aneignen sollte), dann empfehle ich dir dringend den folgenden Artikel zu lesen: „Welche Eigenschaften zeichnen ein Model aus?

Allsvartur

Fotograf in Hamm, bietet kostenlose Fotoshootings