Hobby-Model, aber sicher!

Aus vielen Geschichten meiner Models aber auch aus eigenen Erlebnissen meiner inzwischen jahrelangen Erfahrung weiß ich, dass sich gerade Model-Einsteigerinnen oftmals sehr blau-äugig und unbedarft auf das Thema „Modeln“ bzw. „Fotoshooting“ einlassen. Deshalb aktualisiere ich diesen Artikel in unregelmäßigen Abständen immer wieder einmal, um ihn als gut gemeinte Hilfestellung all jenen an die Hand zu geben, die sich insbesondere als Anfängerin / Einsteigerin („Newcomer“) mit dem Thema „Modeln“ beschäftigen wollen.

Damit beziehe ich nicht nur auf die Gefahren, denen man sich aussetzten kann, wenn man nicht aufpasst und sich Menschen mit bösen Absichten ausliefert (nicht jeder Mann mit Kamera ist auch wirklich ein Fotograf), sondern auch auf die Konsequenzen, die sich aus einer Betätigung als Model selbst bei einem absolut ordnungsgemäßen und seriösen Fotoshooting ergeben und an die man als Anfängerin vorher vielleicht nicht gedacht hat.

Diesen Beitrag zu lesen dauert nicht länger als 10 Minuten, kann euch aber viel Ärger und Leid ersparen. Ich finde, das ist gut investierte Zeit. Bitte nehmt aber zur unbedingt Kenntnis, dass diese Tipps keine 100% Garantie auf Sicherheit und Wohlbefinden geben. Es sind lediglich aus der Erfahrung geborene Ratschläge.

 

Wenn Du dich als Anfängerin / Einsteigerin / Newcomer auf das Thema „Modeln“ einlassen möchtest und Kontakt zu Fotografen bekommst, empfehlen wir dir die folgenden Tipps zu beachten:

  • Prüfe die Adresse und die Daten des Fotografen (Impressum)
Beispiel Impressum

Beispiel Impressum

Wenn der Fotograf über eine Webseite verfügt, muss sie auch ein Impressum (Anbieterkennzeichnung) verfügen. Dort kannst Du dann den Namen und die Adressdaten entnehmen, die Du bei dir völlig unbekannten Menschen auf jeden Fall einmal durchlesen und auch prüfen solltest (z.B. mal bei Google Maps suchen, die Telefonnummer mal anrufen usw). Eine Fotografen-Homepage ohne Impressum ist zweifelhaft und absolut nicht professionell.
Findet das Shooting an einer anderen Adresse als der Adresse im Impressum statt, lass dir frühzeitig die kompletten Adressdaten geben und prüfe auch auch hier die Richtigkeit der Daten. Bei einem Indoor-Shooting ist es wichtig zu wissen, um welche Art von Adresse es sich handelt: ist es ein offizielles gewerbliches Fotostudio (also eine Ladenadresse mit Kundenverkehr) oder ist es eine private Wohnung in der Du dann mit dem Fotografen allein bist?

  • Wie glaubwürdig wirken Homepage / Fanpage / Sedcard?

Jeder Fotograf fängt mal bei Null an, aber eine Homepage, eine Fanpage oder eine Sedcard hat ein Fotograf auch ganz am Anfang sicher schon, wenngleich auch weniger gut ausgebaut als bei Fotografen, die schon seit Jahren tätig sind. Solche Seiten sind aber wichtig, um zu sehen, was der Fotograf bisher bewerkstelligt hat und wie es auch mit der Sorgfalt bestellt ist. Eine schnell dahingeklatschte Homepage mit unzureichenden oder widersprüchlichen Informationen ist nicht unbedingt vertrauenserweckend. Auch eine Fanpage (z.B. in Facebook) benötigt ein Impressum.
Vorsicht bei Fotografen, die gar keine Homepage haben oder dir mit seltsamen Begründungen erzählen, wieso ausgerechnet nur heute die tolle Homepage gerade mal ausnahmsweise offline ist.

  • Prüfe sein bisheriges Schaffen

Schau dir die bisherigen Fotos des Fotografen an, ob dir die Bilder überhaupt gefallen oder ob der Fotograf in Stil, Ausdruck und Können eher doch nicht dein Fall ist. Wenn der Fotograf meint bereits einige Erfahrung in dem Genre zu haben, dass er mit dir shooten will, oder wenn er behauptet, er wäre schon seit Jahren professionell dabei, wird er dazu auch schon Werke ausgestellt haben.

  • Sind es wirklich seine Bilder? (Teil 1: Vergleiche die Signatur)
Fotos auf Signatur checken

Fotos auf Signatur checken

Meistens hinterlassen die Fotografen ihren Namen irgendwo im Bild um anzuzeigen, wer das Foto aufgenommen hat und natürlich auch um etwas Werbung für sich zu machen. Je nach Fotograf finden sich solche Namenszüge direkt im Bild oder an einer der Bildkanten oder Bildecken – manchmal auch halb durchsichtig (transparent) als Wasserzeichen.
Du kannst durch einen Blick prüfen, ob dort eventuell der Name eines anderen Fotografen oder einer anderen Webseite steht oder ob evtl. daran herummanipuliert wurde (evtl. wurde auch das Bild abgeschnitten). Wenn eine Signatur vorhanden ist, sollte sie natürlich auch zum Namen des Fotografen oder der Webseite passen, der/die diese als seine Bilder ausgegeben hat.

  • Sind es wirklich seine Bilder? (Teil 2: Nutze die Google-Bildsuche)
Google Bildsuche (Quelle: Google.de)

Google Bildsuche (Quelle: Google.de)

Ob die Fotos wirklich vom diesem Fotografen stammen (oder ob sie im Internet auf Seiten hundert anderer Menschen ebenfalls enthalten sind, was eine Urheberschaft des Fotografen zumindest bezweifeln lässt) kannst Du anhand einer Bildervergleich-Suchmaschine testen. Dazu kannst Du die Google-Bildsuche aufrufen oder im normalen Google-Bildschirm oben rechts auf „Bilder“ klicken. Dann kopierst Du die Adresse eines Bildes deines Fotografen in die Suchzeile und Google zeigt dir dann alle Webseiten, auf denen dieses Bild bisher auch gefunden wurde. Falls Du nicht weißt, wie man die Adresse eines Bildes herausfindet, kannst Du auch ein Bild des Fotografen als Datei in die Google-Bildsuche hochladen.
Da viele Fotografen (wie auch ich) in mehreren Portalen gleichzeitig angemeldet sind, ist es durchaus normal, dass man die gleichen Bilder gleichzeitig auf verschiedenen Seiten findet. Jedoch sollten die Information über den jeweiligen Uploader (Username, Wohnort usw) doch auf die Identität des Fotografen hinweisen. Kleine Abweichungen und Bildverwechslungen sind natürlich möglich, dennoch ist dies ein brauchbares Mittel um Menschen auf die Schliche zu kommen, die sich nur als Fotografen ausgeben und sich dabei Bildern anderer Urheber bedienen.

  • Gibt es bereits Bewertungen zum Fotografen?
Bewertungen durch Models

Bewertungen durch Models

Frag deinen Fotografen danach, ob er auch in großen Model/Fotografen-Portalen angemeldet ist. Anhand der Daten auf dem Profil und der Fotos im dortigen Profil solltest Du aber vergleichen, ob es sich hierbei wirklich um das Profil deines Fotografen handelt.
In vielen solcher Portalen können sich Models und Fotografen nach einem Shooting gegenseitig beurteilen –  ähnlich wie man das von Ebay her nach einer Kaufabwicklung kennt. Dort kannst Du dann auch viel über die Zuverlässigkeit und Seriosität deines Fotografen erfahren. Sei dir aber bewusst, dass auch Models nur Menschen sind, die ungerecht behandelt fühlen oder schädigende Absichten verfolgen können. Wenn also mal eine nicht so tolle Bewertung dabei sein sollte, muss das nicht gleich etwas bedeuten. Es geht um das Gesamtbild aller Bewertungen, auf das Du achten solltest.
Im Fall von Allsvartur.de findest Du durchgängig gute Bewertungen in diversen Fachportalen. Alle Bewertungen haben wir aber auch hier auf unserer Seite gebündelt und nach Jahren sortiert: 2017 / 2016 / 2015 / 2014 / 2013 und vor 2013 sind wir leider noch nicht auf die Idee gekommen Modelbewertungen einzuholen und zu veröffentlichen.

  • Die letzten/aktuellen Fotopartner checken
Letzte Shootingpartner checken

Letzte Shootingpartner checken

Wenn der Fotograf Fotos auf seiner Facebook-Seite mit den Userprofilen seiner Models verknüpft hat, schreib sie ruhig mal an und frage nach, ob sie zufrieden waren und wie sie den Fotografen so finden (falls der Fotograf solche Meinungsbilder seiner Models nicht auf der Homepage hat). Ein Model, dass mit seinem Fotografen zufrieden ist und Vertrauen hat, wird dir dann auch sicher Auskunft geben. Hier macht es vor allem Sinn die aktuellsten Foto-Partner anzufragen, denn die können noch mit den frischesten Erinnerungen und Eindrücken dienen.
Wenn dir ein Model mal wirklich eine negative Auskunft über einen Fotografen gibt und alle anderen Eindrücke aber für den den Fotografen sprechen, ist es natürlich schwer eine zutreffende Einordnung vorzunehmen, weil man nicht die wahre Motivation der auskunftgebenden Person kennt. Dies gilt insbesondere, wenn es sich nicht um aktuelle Fotopartner handelt. Daher rate ich dir in solchen Fällen zu prüfen, wie das Model damals den Fotografen beurteilt hat (bei uns kann man sowas nachlesen: 2017 / 2016 / 2015 / 2014 / 2013). Wenn die Beurteilung damals top oder zumindest positiv war und sie nun plötzlich negativ oder abgrundtief schlecht ist, sind es ziemlich sicher eher andere Gründe, wieso das Model nun kein gutes Wort mehr übrig hat (z.B. weil es aus der Modelkartei geworfen wurde und sich nun „revanchieren“ möchte).
Ebenso ist es ein probates und auch faires Mittel ist es den Fotografen mit einer negativen Auskunft des Models zu konfrontieren, um zu sehen, was er dazu zu sagen hat. Es wird das auskunftgebende Model auch eher motivieren wahrheitsgemäß zu berichten, wenn es weiß, dass auch der Fotograf von ihrer Auskunft erfährt.
Dennoch gilt auch in diesem Punkt unser letzter und wichtigster Tipp: solltest Du Zweifel haben, dann mach das Shooting nicht, denn Du wirst dich beim Shooting kaum wohl fühlen.

  • Nach evtl. vorhandenen Nachweisen fragen

Sicher, das geht nicht immer, aber in vielen Fällen können auch Nachweise dafür dienen, um zu prüfen, ob der Fotograf wirklich ist, was er zu sein vorgibt.
Wenn er zum Beispiel behauptet ein selbständiger Fotograf zu sein, muss er auch eine Gewerbeanmeldung besitzen oder z.B. eine Gewerbekarte für seine Eintragung bei der IHK oder in der Handwerksrolle (je nachdem wie sich jemand eintragen lassen hat, ob z.B. als Bildbearbeiter oder als Fotograf), die er vorzeigen kann. Außerdem kann man bei den Kammern auch anrufen und anfragen, ob eine entsprechende Eintragung vorhanden ist.

Führungszeugnis

Führungszeugnis

Zudem besteht die Möglichkeit dass der Fotograf auch z.B. ein polizeiliches Führungszeugnis vorweisen könnte. Ganz klar, sowas hat man als „normaler“ Mensch jetzt auch nicht jeden Tag greifbar, sondern besorgt sich sowas vielleicht 2-3 Mal im Leben, wenn man sich irgendwo bewirbt. Daher solltest Du es dem Fotografen nicht unbedingt negativ auslegen, wenn er sowas nicht vorweisen kann. Jedoch kostet so eine Beantragung hier im Bürgeramt auch nur Euro 13,- (Stand September 2017) weshalb ich selbst zum Beispiel längerer Zeit alle paar Monate einen solchen Nachweis anfordere, den ich dann auch im Original bei Shootings immer dabei habe.
Außerdem können sich unsere Models das Dokument auch vorab bei uns auf der Homepage ansehen. Dafür gelten jedoch zwei Einschränkungen: Erstens ist alles geschwärzt, was nicht unbedingt notwendig ist um den Bezug zu mir und zum Status „Keine Eintragungen“ herzustellen und Zweitens ist ein Zugang (Username und Passwort) notwendig, denn ich will sicherstellen, dass persönliche Informationen über mich nicht im gesamten Internet oder für die Google Bildsuche verfügbar sind (Gefahr des Identitätsdiebstahls). Einen entsprechenden Zugang (Username und Passwort) erhalten auf Anfrage aber alle Personen mit berechtigten Interesse (z.B. Models oder deren Eltern). Für alle, die bereits einen Zugang erhalten haben, ist hier noch einmal der Link zum Login: [KLICKEN]

  • Familie/Partner über das Vorhaben informieren

Wenn Du zu einem Shooting fährst, solltest Du deinem Partner oder deiner Familie auf jeden Fall die Information hinterlassen, wohin zu fährst, wie Du dort zu erreichen bist (Name/Anschrift des Fotografen, Ort des Shootings, Telefonnummer des Fotografen) und wann Du ungefähr zurück bist. Somit weiß im Notfall immer noch jemand, wo man dich findet. Vor allem kannst Du das den Fotografen auch ruhig wissen lassen, dass Du die Daten von ihm und dem Termin auch an deine Familie oder deinen Partner gegeben hast.

  • Themengebiete und Location vorher besprechen

Damit Du dich nicht der Situation ausgesetzt siehst, dass dich ein Fotograf während des Shootings zu überreden versucht Bilder von dir zu machen, die Du eigentlich gar nicht machen willst (z.B. freizügige Aktbilder) oder damit Du dich nicht völlig unvorbereitet allein im dunklen Keller eines verlassenen Hauses stehend wiederfindest,  ist es in deinem eigenen Sicherheitsinteresse, dass Du mit dem Fotograf vor dem Termin besprichst, welche Aufnahmen gemacht werden und in welcher Umgebung das stattfindet.

  • Sich nie ohne Vertrag fotografieren lassen
Kein Shooting ohne schriftlichen Vertrag

Kein Shooting ohne schriftlichen Vertrag

Ein schriftlicher Vertrag gehört zu jedem noch so kleinen und braven Shooting dazu. Es ist wichtig für dich schriftlich in die Hand zu bekommen, was mit deinen Fotos später als getan werden darf und wer darüber entscheidet. Es ist auch für dich wichtig schriftlich und unterschrieben bestätigt zu haben, dass Du die Fotos (an denen der Fotograf die Urheberrechte hat) selbst veröffentlichen und verwenden darfst.
Außerdem solltest Du den Vertag sorgfältig aufbewahren, denn er ist deine persönlich Versicherung dass der Fotograf nicht nur jetzt im Moment nichts mit deinen Fotos macht was er nicht darf, sondern dass Du auch in ferner Zukunft noch nachweisen kannst, was vereinbart war und was nicht.
Zum TfP-Vertrag habe ich auch hier einen weiteren informativen Artikel verfasst.

  • Vertrag schon Tage vor dem Shooting einmal lesen
Beschäftige dich nicht erst in der letzten Minute mit dem Vertrag

Beschäftige dich nicht erst in der letzten Minute mit dem Vertrag

Nur wer etwas im Vertrag zu verbergen hat, wird sich weigern ihn dir auch schon vor dem Shooting-Termin zur Verfügung zu stellen, damit Du ihn in Ruhe lesen kannst. Ein Vertrag, der dir erst kurz vor dem Shooting zur schnellen Unterschrift vorgelegt und ohnehin nicht ausführlich mit allen Bestimmungen besprochen wird, sollte mit ganz besonderer Aufmerksamkeit und Ruhe gelesen werden.
Immerhin kann man zumindest mutmaßen, dass es einen seltsamen Grund geben wird, wieso der Vertrag nicht schon vorher gelesen werden durfte und wieso man beim Vorgespräch nicht genau auf alle darin enthaltenen Klauseln eingehen wollte.

  • Zusätzliche Absprachen immer schriftlich fixieren

Sogenannte „Nebenabreden“ oder „Nebenabsprachen“, die Klauseln des Vertrages aufheben, ändern, ergänzen oder die völlig neue Vereinbarungen enthalten, sollten IMMER und AUSNAHMSLOS schriftlich im Vertrag dokumentiert und von den Vertragspartnern unterschrieben werden, denn nur so kann man später auch beweisen, dass etwas derartiges vereinbart wurde. Wer von den Shootingpartnern angeblich irgendwann mal irgendwas mündlich zugesagt oder vereinbart haben soll, hat meist keinen belastbaren Bestand, wenn es nicht schriftlich fixiert worden ist.
Dazu gehören zum Beispiel auch Vereinbarungen darüber, dass sich der Fotograf verpflichtet, bestimmte Dinge generell nicht zu zeigen (z.B. dass bestimmte Körperregionen wie Genitalbereiche nicht zu sehen sen sollen) oder das unschöne Körpermerkmale wie z.B. Narben nicht sichtbar und ggf. per Bildbearbeitung entfernt werden sollen. Bei freizügigen Bodyparts-Shootings, die oft deshalb gemacht werden (weil man dann kein Gesicht sieht) kann es z.B. sinnvoll sein schriftlich zu vereinbaren, dass individuelle Körpermerkmale (Tattoos, Piercings usw) per Bildbearbeitung entfernt werden sollen, um Rückschlüsse auf die wahre Person zu vermeiden.

  • Mach dir Gedanken über die Konsequenzen
Denke über die Auswirkungen nach

Denke über die Auswirkungen nach

Sei dir bewusst, dass der Fotograf das Shooting mit dir macht, um die daraus entstehenden Fotos zu verwenden und dass er das im Rahmen der vertraglichen Möglichkeiten auch tun wird! Natürlich möchte jeder schöne Fotos von sich haben, doch gerade bei kostenlosen TFP-Shootings (wenn der Fotograf also das Recht bekommt, die Fotos in elektronischen und gedruckten Medien auszustellen) sollte man sich einmal über die sich daraus ergebenden Konsequenzen Gedanken machen. Kann ich selbst (oder auch mein Lebenspartner, meine Familie, mein Arbeitgeber) damit leben, wenn ich mit diesen Fotos (wie sie beim geplanten Shooting entstehenden sollen) in der Öffentlichkeit auftauche?
Letztlich ist es DEIN EIGNES Leben, das DU SELBST bestimmen solltest und dir nicht von anderen diktieren lassen sollst… Ich habe auch schon oft genug erlebt, dass Models wegen eines Partners auf tolle Shootings verzichtet haben und sich nur wenige Wochen danach herausgestellt hat, dass der Partner leider nicht die große Liebe war und die Beziehung schneller vorbei war, als die Wartezeit auf den Shootingtermin gedauert hätte. Dann ist das Bedauern darüber, dass sie für diesen Kerl das Shooting abgelehnt haben (und dann keine Gelegenheit mehr dafür bekommen) groß.
Daher gilt es, dass Du dir selbst Gedanken über eine für dich selbst angemessene Betrachtungsweise bezüglich des Einlassens auf ein Shooting und der Konsequenzen bezüglich der Verbreitung der Bilder daraus machst.

  • Vorsicht bei angeblich zwingend notwendigen Akt-Selfies (Nacktbilder)

Es gibt immer wieder Einsteigerinnen, die von angeblichen Fotografen für besonderen oder gut bezahlten Shootings engagiert werden sollen, wenn sie vorher ein paar Akt-Selfies (Nacktbilder) anfertigen und an den angeblichen Fotografen senden (natürlich „nur damit sich der Fotograf ein Bild machen kann“). Aber um deine Figur beurteilen zu können (was natürlich und verständlicherweise im Interesse des Fotografen liegt) braucht man ganz gewiss keine expliziten Nacktfotos, dazu reicht auch ein Foto in Bademode oder maximal Unterwäsche völlig aus – und selbst hier rate ich dazu gewissenhaft zu prüfen, ob der Fotograf auch wirklich seriös ist.
Überlege dir deshalb wirklich ganz genau, wem Du nackte Aufnahmen von dir sendest und ob die Person wirklich die ist, für die sie sich ausgibt. Wenn Du solche Nacktfotos erstmal aus der Hand gegeben hast, hast Du keine Kontrolle mehr über ihre Verwendung und Verbreitung. Insbesondere wenn die Fotografen/Shootings sehr weit entfernt sind oder großartige Karriere/Kostenübernahme-Versprechungen gemacht werden, wäre ich sehr vorsichtig dabei, für wen Du solche Fotos anfertigst und zur Verfügung stellst, denn ich kenne kaum ein Shootingvorhaben, bei dem es wirklich notwendig ist, dass ich mir von einem neuen Model wirklich Nacktbilder schicken lassen muss…. außerdem gehören Freizügige Shootings (z.B. Aktshootings) zu den schwersten Shootings und sind garantiert nichts für blutige Anfänger.

  • Allein umziehen und ausziehen

Selbst während freizügiger Shootings ist es unüblich, dass sich das Model in Gegenwart des Fotografen auszieht. Für solche privaten Momente sollte dem Model immer ein privater, sichtgeschützter und ungestörter Raum zur Verfügung gestellt werden.  Gerade dann, wenn Du in dir noch unbekannten Locations (Studio, Privatwohnung usw) shootest, solltest Du ausdrücklich nachfragen, ob dir ein solcher Raum zur Verfügung steht.

  • Ungewollte Bilder

Kläre ggf. ab, was mit Aufnahmen geschieht, die Du keinesfalls veröffentlicht wissen willst. Dass keine Aufnahmen von dir gemacht werden sollten, wenn Du dich z.B. gerade aus- oder umziehst (solange dies nicht eventuell zum Shooting-Thema gehört und im Vertrag auch ausdrücklich geregelt ist), ist selbstredend. Jedoch können auch beim offiziellen Shooting-Teil Aufnahmen entstehen, die mehr zeigen als dir lieb ist oder die dich allgemein in einer Weise zeigen, die Du nicht magst. Vergewissere dich daher immer, was in solchen Fällen dann vertraglich gilt: darf der Fotograf alleine aussuchen, was von dir veröffentlicht wird oder hast Du ein Mitsprache- oder sogar ein echtes Veto-Recht?
In unseren Verträgen kannst Du dir zum Beispiel schriftlich ein exklusives Vorauswahl-Recht eintragen lassen, so dass allein Du 100% Kontrolle darüber hast, was jemals von dir gezeigt wird. Mit dem Veto/Vorauswahl-Recht in unseren Verträgen kannst Du zuerst Bildern offiziell streichen lassen, die dann auch gelöscht werden müssen, noch bevor der Fotograf (innerhalb der dann noch verbliebenen Bildern) aussuchen darf, welche Fotos er nimmt. Die Fotos, welche das Model streichen lassen hat, gelten als nie gemacht und dürfen niemals verwendet werden.

  • Nicht auf Karriere- und Honorar-Ankündigungen hereinfallen

Insbesondere junge Models, die sich im wahren Geschäfts- und Berufsleben noch nicht so wirklich auskennen, sind unter Umständen leicht mit großartigen Karriere-Versprechen zu ködern um sie sich dann „für ganz andere Absichten“ gefügig zu machen. Es sind mir Fälle von Fotografen oder sogenannten Model-Scouts bekannt, bei denen die Devise galt: „Sei lieb zu mir und ich mach dich berühmt“.  Sei dir gewiss, ein professioneller Fotograf/Scout arbeitet so nicht. Karriere-Vesprechungen, deren Einhaltung davon abhängt wie „nett“ Du zu dem Fotografen bist, sind meist nur Augenwischerei.
Natürlich ist es super (!) wenn man als Model mit seinem Hobby auch noch Geld verdienen könnte und vielen erfahrenen und geübten Models gelingt das auch ganz gut… aber lass dir nicht das Hirn von irgendwelchen Geld-Angeboten verdrehen, sondern bleib realistisch. Bedenke wie viele Models es gibt, die kostenlos shooten und womöglich auch noch viel erfahrener und professioneller sind als Du (wenn Du z.B. noch eine Einsteigerin bist).
Frage dich daher bei solchen Angeboten immer: Wieso sollte ein Fotograf, der womöglich auch nicht einmal in deiner Nähe wohnt, sich Unkosten/Ausgaben mit dir aufhalsen, wenn doch davon auszugehen ist, dass es auch in seiner Gegend genug kostenlose Models zur Verfügung stehen dürften…? Je weniger professionelle Fotos Du auf deiner Sedcard vorzuweisen hast und je mehr Du noch als Einsteigerin giltst, umso für so unwahrscheinlicher halte ich es, dass eine Geldbetrag oder die Übernahme von Unkosten durch den Fotografen wirklich Ernst gemeint ist… sondern eher nur dazu dient andere Motive zu verschleiern.

  • Vorsicht auch bei angeblichen kostenlosen Castings von diversen Agenturen

Immer wieder finden auch Model-Casting-Events statt, die angeblich kostenlos sind. Dies ist vordergründig oft richtig, jedoch sieht die Praxis dann oft so aus, dass den Teilnehmerinnen dann schnell der Kopf verdreht wird, welche großartigen Chancen sie auf dem Model-Markt hätten… aber dafür müsste man eben in eine Model-Kartei aufgenommen und eine Sedcard erstellt werden und dies wäre dann (im Gegensatz zum Casting) dann doch kostenpflichtig. Dass „Agenturen“, die über ein solches Konzept verdienen, dann natürlich möglichst vielen Mädchen erzählen, wie gut ihre Chancen wären, dürfte klar sein. So eine Aufnahme in die Model-Kartei und die Erstellung einer Sedcard kann dann aber richtig ins Geld gehen und bringt aber weder eine Garantie auf Aufträge noch die Sicherheit, dass es sonst irgendeinen Wert hätte.

  • Begleitperson beim ersten Fotoshooting

Wenn Du einen Fotografen nicht kennst, ist es immer sicherer eine Begleitperson zum Shooting mitzubringen. Dies gilt umso mehr, wenn freizügige Fotos und/oder in nicht öffentlichen Räumen aufgenommen werden sollen.  Ein echter Fotograf, der nichts Böses im Schilde führt, wird auch kein Grund haben etwas verbergen zu wollen.
Mein Tipp: selbst wenn Du vielleicht gar nicht vorhast eine Begleitung mitzubringen, frage den Fotografen doch einfach mal, ob Du eine Begleitperson mitbringen darfst und prüfe damit die Reaktion des Fotografen.
Jedoch taugen nicht alle Begleitpersonen gleichermaßen für ein Shooting. Lebenspartner, die z.B. zu Eifersucht neigen, sind bei einem freizügigen Shooting oft eher störend als hilfreich. Daher gibt es durchaus auch Fotografen, die zwar Begleitpersonen erlauben, aber eben bestimmte Personen dabei lieber nicht haben wollen, sondern zu einer alternativen Begleitperson (Schwester, Freundin usw) raten. So ist das auch bei uns, denn wir wollen keine Lebenspartner beim Shooting dabei haben, weil wir einfach keine Lust mehr auf wirklich dumme und vor allem überflüssige Eifersuchtsszenen haben, weil gerade junge heißblütige Männer oft schlecht damit Leben können, wenn die Aufmerksamkeit und die schönen Augen ihrer Freundin mal für zwei/drei Stunden dem Fotografen gehören.
Zudem wissen wir es auch zu schätzen, wenn uns unser Model spätestens ab dem zweiten oder dritten Termin dann auch mal genug Vertrauen entgegenbringt um ohne Aufpasser aufzutauchen, denn es ist einfach ein schöneres Arbeiten, wenn es auf wirklicher Vertrauensbasis stattfindet. Einem Fotografen, der aber kategorisch jegliche Begleitpersonen auch beim ersten Shooting ablehnt, würde ich definitiv nicht über den Weg trauen.

  • Zum Schluss der wichtigste Tipp von allen: Im Zweifel ablehnen

Sollte dir in einem oder womöglich sogar mehreren der hier behandelten Punkte nun Zweifel kommen, wenn es um die Zusammenarbeit mit dem einen oder anderen dir noch unbekannten Fotografen geht, so würde ich dir immer empfehlen im Zweifel auf ein Shooting zu verzichten.
Ein schönes Foto ist viel wert, aber es lohnt sich nicht dafür jedes Risiko in Kauf zu nehmen. Kein Shooting ist mehr wert als deine körperliche und seelische Unversehrtheit.

 

Allsvartur

People – Fotograf mit kostenlosen Shootings in Hamm