Der Fotograf:

Fotograf Oliver

Gerade noch so eben zur Zeit des Herrn Bundeskanzlers Willy Brandt wurde ich in Süddeutschland geboren, wuchs dort auch auf und absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Die Liebe war es, die mich im Jahre 2006 nach Hamm in Westfalen verschlug, wo ich nun seit 2012 unter dem Namen „Allsvartur“ meine kostenlose Fotografie betreibe. Mein großes Vorbild in Sachen Fotografie ist der international sehr erfolgreiche deutsche Fotograf Peter Lindbergh (Link). In meinem Hauptjob arbeite ich als Führungskraft bei einem Dienstleister für einen bekannten Maschinenbaukonzern. Neben der Fotografie interessiere ich mich auch gerne für geschichtliche und gesellschaftliche Themen. Zum Projekt „Allsvartur.de“ habe ich in den folgenden Absätzen noch ein paar Ausführungen verfasst.

Was „Allsvartur.de“ ist:

Den Namen Allsvartur nutzte ich bereits früher (seit 2004) für andere Projekte. Seit 2012 betreibe ich darüber meine Fotografie, die sich thematisch hauptsächlich im Bereich der People-Fotografie bewegt. Bei allen Shootings mit Personen beschränke ich mich ausschließlich auf weibliche Models und führe ausnahmslos alle Fotoshooting kostenlos durch.

Wieso ich kostenlos arbeite:

Die Fotografie auf Allsvartur betreibe ich aus Begeisterung am Thema, also sozusagen aus reiner Passion. Für den Aufwand, den ich für meine Models kostenlos betreibe, werde ich dadurch entschädigt, indem ich durch eine vertragliche Vereinbarung (TFP-Vertrag) für die enstandenen Bilder die Erlaubnis zur Veröffentlichung erhalte, um die Bilder ausstellen zu dürfen. Meine Models bekommen im Gegenzug (quasi als Belohnung für ihre Mitwirkung) die Bilder aus dem Fotoshooting von mir geschenkt und dürfen diese dann natürlich auch selbst veröffentlichen.
Dementsprechend sind ausnahmslos alle Fotos, die ich hier auf Allsvartur.de als meine Werke ausstelle, im Rahmen meiner kostenlosen Fotoshootings entstanden.

Was bisher bei Allsvartur geschah:

Als ich vor ca. 6 Jahren mit einer Homepage und einer Facebook-Fanpage mit meiner Fotografie öffentlich wurde, hätte ich es niemals für möglich gehalten, welche rasante Entwicklung dies alles nimmt und dass ich irgendwann einmal gezwungen wäre die Notbremse zu ziehen, damit es mich nicht überrollt …

Der Anfang:
Die ersten Fotos (Link), die ich ca. 2012 online brachte, hatten noch überhaupt nichts mit People-Fotografie zu tun und stammten aus der Zeit von ca. 2006-2012. Ich wollte einfach zeigen, was mir gefiel und was ich selbst produziert hatte.
Wie ich dann zum ersten Mal auf die Idee gekommen bin ein Portrait-Shooting zu machen, weiß ich gar nicht mehr genau. Möglich, dass mich mein Mentor (Link) damals damit angesteckt hat, denn ich besuchte damals bei ihm diverse Fotografie-Kurse. Nun, jedenfalls richtete sich alsbald mein Interesse an der Fotografie ausschließlich auf die People-Fotografie. Allerdings waren die ersten Fotoshootings noch ziemlich chaotisch und die Ergebnisse für mich (aus heutiger Sicht) zum Kopfschütteln, obwohl ich damals stolz wie Oskar war.
Ein Thema in der People-Fotografie habe ich jedoch nie verstanden: ich habe von so vielen Fotografen gelesen, dass sie Probleme hätten Models zu bekommen. Ich kam diesbezüglich noch nie in die Situation einen Engpass zu haben. Schon ganz ab Beginn meiner People-Fotografie hatte ich immer mehr Interessentinnen als ich überhaupt Shootings dafür machen könnte. Vielleicht lag es daran, dass ich eben ein anderes Verständnis vom Job eines Fotografen habe und meine Models nie nur als „Werkzeug“ sehe. In vielen Statements der Modelmeinungen (die hier auf der Homepage nachlesen sind) klingt ja auch heraus, dass die Zusammenarbeit mit mir ganz gut klappt. Vielleicht hatte ich deshalb (im Gegensatz zu anderen Fotografen) nie das Problem keine guten Models in der Hinterhand zu haben.

Der „Erfolg“:
Mit der Anzahl der von mir veröffentlichten Fotos mit Models wuchs auch das Interesse vieler anderer weiblicher Personen von mir fotografiert zu werden. Schon innerhalb eines Jahres war das Feedback der Interessentinnen aber so groß, dass ich jede Woche Stunden verbrachte, um Fragen von Interessenten zu beantworten und die Bewerbungsgespräche zu führen. Damit ging der Erfolg quasi mit mir durch, denn ich verbrachte einfach viel zu viel Zeit für oftmals sinnlose Anfragen (z.B. von Bewerberinnen, die einfach nicht geeignet waren) – zumal ich damals selbst noch zu unerfahren war, um frühzeitig einschätzen zu können, welche Interessentin sich eignet und welche nicht.
Ich begann meine damalige Homepage immer umfangreicher zu gestalten, fügte seitenweise Erklärungstexte und andere Dinge ein, damit ich nicht jeder Bewerberin immer wieder das Gleiche erzählen musste. Doch im gleichen Maße, wie der Umfang meiner Bilder aus den vielen Shootings auf der Homepage zunahm, stieg auch die Zahl der neuen Bewerberinnen, so dass ich schon wieder den Punkt erreichte, an dem einfach nichts mehr ging, weil ich alle Zeit für die Administration opfern musste.
Als der vermeintlich Weisheit letzter Schluss baute ich dann ein erstes Bewerbungsformular ein und schraubte die Anforderungen (technisch und inhaltlich) für eine erfolgreiche Bewerbung in mehreren Schritten immer wieder deutlich nach oben. Jetzt mussten viele Informationen (die ich früher oder später ohnehin erfragen müssen hätte) schon bei der Bewerbung abgegeben werden. Ich begann deutlich gesteigerten Wert auf vernünftige Vorstellungs-Fotos zu legen und machte die Lektüre meiner umfangreichen Frage-Antwort-Seite (in der alles über den Ablauf eines TFP-Shootings mit mir stand) zur verbindlichen Pflicht, bevor ich überhaupt bereit war, die Bewerbung in Empfang zu nehmen.
Dennoch: es änderte nicht viel. Zwar trafen nicht mehr (wie in den Spitzenzeiten) 100-150 neue Bewerbungen pro Monat ein, aber es waren noch immer viel zu viele um überhaupt irgendwie eine Chance zu haben, diesen „Berg“ an Bewerberinnen kleiner werden zu lassen. Immerhin ist die kostenlose Fotografie nicht mein Lebensinhalt und auch keine Möglichkeit mir damit meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Es kamen also auch weiterhin viel mehr Bewerbungen an, als ich überhaupt zu shooten in der Lage war.
Gleichzeitig fielen sehr viele (!) Termine einfach sinnlos aus, weil die jeweiligen Bewerberinnen nicht die nötige Zuverlässigkeit hatten und einfach nicht zum Termin kamen bzw. ihn vergaßen.
Allerdings wurde durch meine Maßnahmen die Qualität der Bewerbungen in fast allen Fällen besser, denn die Bewerberinnen mussten nun (im Vergleich zu früher) wesentlich mehr Aufwand betreiben, um ihre Bewerbung erfolgreich einzureichen. Daher ist es völlig nachvollziehbar, dass damit auch die Erwartungen der Bewerberinnen stiegen, dass sie dafür auch mal an die Reihe kommen würden… gleichzeitig reduzierte sich meine für Shootings zur Verfügung stehende Zeit so sehr, dass ich nur noch verhältnismäßig wenige Shootings machen konnte und somit wurde das Dilemma für mich noch größer als es bis dahin schon war.

Die Notbremse:
Im Sommer/Herbst 2017 zog ich dann als letztes Mittel gegen diese Entwicklung die Notbremse, indem ich zunächst einmal das Bewerbungsformular aus dem Menü der Webseite entfernte und damit begann Bewerberinnen, von denen ich viel zu lange schon nichts mehr gehört habe (oder die schlicht zu wenig Beteiligung in Form von Likes und Kommentaren zeigten), wieder aus der Kartei zu nehmen. Dadurch erreichte ich es zumindest, dass die Zahl der noch aktiven Models (die meist noch auf ein Shooting warten) in meiner Kartei auf inzwischen knapp unter 300 gefallen ist.
Leider musste ich aber weiter Prioritäten setzen, denn mein (echter) Job forderte mich in den letzten Monaten zunehmend stärker und auch die Menschen, in meinem direkten privaten Umfeld (Partnerin, Familie, Freunde) kamen bereits seit langer Zeit deutlich zu kurz. Mehr wie ein oder zwei Shootings im Monat waren dann einfach nicht mehr möglich.
Rückblickend ist mir auch aufgefallen, dass ich seit langer Zeit schon immer mehr damit beschäftigt war, Termine „abzuarbeiten“ anstatt die Themen, an denen ich gerne arbeiten würde, zu intensivieren und zu vertiefen. Ich kenne den folgenden Spruch quasi schon mein Leben lang, aber selten hatte das Sprichwort „Weniger ist mehr!“ für mich mehr Bedeutung als in dieser Umbruch-Phase.

Das kreative Loch:
Spätestens ab Herbst 2017 kamen dann noch ziemliche Zweifel hinzu, ob mich das alles noch glücklich macht. Erfolg ist toll und fühlt sich auch so an… aber eben nur bis zu einem gewissen Grad. Hinzu kam noch ein tiefes kreatives Loch als logisches Resultat aus dem Stress dieses echt erdrückenden Erfolgs auf der einen Seite und dem schlechten Gewissen (weil noch so viele Bewerberinnen warten) auf der anderen Seite, so dass ich eine ganze Weile lang überhaupt gar keine Lust mehr hatte, die Kamera in die Hand zu nehmen und quasi alle Anfragen ablehnte.
Dieses Loch hielt mich bis über den Jahreswechsel 2017/2018 fest in seiner Gewalt und erst über die Ruhe der Feiertage hatte ich dann genug seelischen Raum, um mir über die weitere Zukunft von Allsvartur Gedanken zu machen.
Ungefähr einen Monat habe ich mir Zeit genommen mir zu überlegen, was nun werden soll. Anfang Februar 2018 hatte ich dann eine Vorstellung davon, wie ich aus dem Thema herauskommen könnte (Blog dazu siehe hier). Mit meinen Versuchen, mir selbst bei den Bewerberinnen Arbeit abzunehmen, habe ich den ganzen Betrieb (quasi wie eine Agentur) immer professioneller nach außen wirken lassen und damit das Gegenteil von dem bewirkt, was ich erreichen wollte.

Das Heute:
Es ist mir klar, dass es so nicht weitergehen kann. Ich verbrenne meine Freude an der Fotografie und gleichzeitig sind immer mehr Bewerberinnen enttäuscht, weil sie immer länger oder gar vergeblich warten müssen und in dem, was ich mit der Kamera mache, hat sich inzwischen auch ein sehr hartnäckig sitzender Gewöhnungseffekt eingefunden und das wirkt sich übel auf meine Begeisterung aus.
Diese neue Version der Homepage, welche am 08. Februar 2018 in ihrer Grundstruktur online ging, soll der Wendepunkt sein. Die alte Homepage – überladen mit vielen Bildern und Texten, mit Formularen und anderen Inhalten – ist Geschichte. Die neue Homepage soll klein sein, minimalistisch, sparsam. Kein Bewerbungsformular. Keine umfangreichen Erklärungen und auch keine Bilderfluten mehr. Ich plane von jedem Shooting selbst nur noch ein bis maximal zwei Bilder hier zu zeigen und alle anderen Fotos, kann dann gerne das Model selbst hochladen.
Ich arbeite natürlich auch weiterhin mit meiner Visagistin, der wunderbaren Monika zusammen, jedoch sind auch Dinge, die ich nicht mehr groß auf der Seite propagiere (abgesehen davon natürlich, dass ich die Visagistin als Bildbeteiligte nennen werde, so wie es sich gehört). Ebenso bleiben der Blog und die Model-Meinungen weiterhin bestehen, denn in beiden Fällen handelt es sich um „guten“ Content, der auch weiterhin hier Platz haben soll.
Wer unbedingt modeln will, muss sich hier durchlesen und mich direkt ansprechen … eigentlich genau das, was mir zu Anfang so viel Arbeit machte, aber die Voraussetzungen sind heute eben anders. Ich habe noch immer knapp 300 Models in der Kartei und meine Erwartungen sind SEHR DEUTLICH höher als vor drei oder vier Jahren.
Ich rechne auch mit sehr viel weniger Bewerbungen als in der Vergangenheit, denn nicht nur das „Drumherum“ soll sich ändern, sondern auch meine Fotografie. Ich will nicht mehr so viel „einfach hübsches Mädchen“ machen, sondern ich will experimenteller werden, direkter, intensiver… und ich hab noch gar keine so richtige Ahnung wie eigentlich, aber das ist nicht wichtig. Der Weg ist wichtig, die Suche oder zumindest der Versuch. Daraus ergeben sich in jedem Fall andere Fotos, als ich sie bisher gemacht habe und dieses sind vielleicht nicht mehr so, dass sie so viele Bewerberinnen anlocken wie in der Vergangenheit.

Die Zukunft (oder wie die Kids heute sagen würden: „Spoiler“):
Wie gesagt … ich weiß nicht, was werden wird. Ich werde viel ausprobieren müssen und vieles wird sicher nicht besonders zufriedenstellend sein, aber es wird zumindest eine Veränderung sein und ich denke, ich werde mich damit besser fühlen, als ich das in den letzten Monaten getan habe. Es gibt noch so viel, was ich noch nicht versucht habe und was ich eigentlich schon lange man versuchen, lernen und machen wollte und dafür brauch ich eine andere Art von Models. Ich brauch Models, die nicht nur in der Erwartung zu mir kommen, ein paar nette hübsche Bildchen kostenlos mit nach Hause nehmen zu können, sondern die ebenso progressiv, experminentierfreudig und ergebnisoffen an einem Projekt mitarbeiten wollen, wie ich das mir wünsche. Dazu gehört sehr viel! Sicher, das ist für viele Bewerberinnen nicht reizvoll. Aber ich brauch auch keine dreihundert. Mir reichen auch fünf, wenn es nur die richtigen Models dafür sind.
Insofern erwarte ich also zumindest, dass sich einiges in der nächsten Zeit ändert. Ich werde dann wieder mehr Zeit haben und werde diese Zeit nicht für mehr Fotografie aufwenden (wie früher), sondern für INTENSIVERE Beschäftigung mit der Fotografie. Ich bin gespannt und wenn ich daran denke fühle ich ansatzweise etwas, was ich in der letzten Zeit echt vermisst habe: Begeisterung!

Mein Motto:

Das Motto, an dem ich meine Fotografie kompromisslos ausrichte, lautet: „Fotografiere niemals etwas, das dich nicht interessiert!“ (Lisette Modell, US-amerikanische Fotografin, 1901 – 1983). Ich mache nur Shootings zu Themen, die mich interessieren. Nicht alle Shooting-Ideen sind dabei von mir. Manchmal kommen auch Models auf mich zu und „wünschen“ sich das eine oder andere Themen-Shooting, jedoch führe ich diese Themen dann auch nur aus, wenn sie mich ebenfalls interessieren.

Das Wort zum Ende

Ich möchte zum Schluss dieser langen Seite (die hoffentlich auch mal jemand bis zum Ende durchliest) die Gelegenheit nutzen mich bei den vielen tollen Models, mit denen ich bisher zusammenarbeiten durfte, zu bedanken.
Ich habe oft darüber nachgedacht, dass ich euch mit meiner Fotografie etwas schenke, was euch in vielen Jahren als schöne Erinnerung an tolle Jugendjahre dienen wird. Gerade bei euch ganz jungen Models ist mir schon der Gedanke gekommen, dass ihr diese Bilder vielleicht sogar noch betrachtet, wenn ich selbst schon lange nicht mehr lebe … und auch das ist ein sehr schöner Gedanke für mich: etwas zu hinterlassen, das länger Bestand hat, als ich. Eine Erinnerung, die verbindet, selbst über die Zeitdauer eines Lebens hinaus. Also Danke auch dafür.
Die Fotografie ist ein kreatives Tun, bei dem man sich mit dem richtigen Model relativ schnell in einem sehr persönlichen,  sehr emotional-offenen Austausch befindet. Ich habe dadurch viele wunderbare, einzigartige und sehr liebe Menschen kennengelernt und ein paar ganz besonders offene Menschen darunter sind mir im Laufe der Zeit wirklich gute Freunde geworden und auch dafür bin ich euch sehr dankbar.
Ich freue mich auch weiterhin auf eine möglichst lange gemeinsame Zeit!

Euer
Oliver von Allsvartur.de