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Was braucht ein Model?

Es klingt viel leichter, als es in Wahrheit ist, wenn man als Fotomodel vor der Kamera steht. Man sieht immer nur die tollen Ergebnisse, fragt sich aber nicht, wie diese Bilder entstanden sind. Daher solltest Du dir diese Beschreibung vor deiner Bewerbung als Model bei mir einmal durchlesen.

Wer definitiv NICHT geeignet ist sich bei mir als Model zu bewerben, das sind die Mädels, die denken, dass sie so einfach und schnell und ohne viel Aufwand an ein paar schöne kostenlose Bilder von sich kommen können. Mit so einer Einstellung schafft man es nicht einmal bis zum ersten Shooting-Termin. Was ich suche, sind Models bzw. Mädels, die die Absicht haben sich ernsthaft damit zu beschäftigen, wie ein Model sein sollte.

Gute Aufnahmen sind immer das Ergebnis einer fruchtbaren Zusammenarbeit von Menschen, die eine bestimmte Einstellung bzw. innere Haltung zu ihrer Arbeit haben. Sicher … als Anfängerin/Einsteigerin werden diese Fähigkeiten weniger ausgeprägt sein als bei einem professionellen Model. Niemand erwartet von dir ein professionelles Posing (deshalb findet sich in der Liste der Fähigkeiten auch nicht „Posingfähigkeit“ oder „Posingsichereit“ als Eigenschaft genannt), aber die hier genannten Charaktereigenschaften sollten schon von Beginn an deiner Einstellung entsprechen, damit Du überhaupt Raum und Potential hast, dich zukünftig als vielversprechendes Model zu entwickeln.

Folgende Eigenschaften und Verhaltensweisen erwarte ich von dir, wenn Du dich als Fotomodel bei mir bewerben willst. Dabei gehe ich mit keinen Wort auf äußerliche Merkmale oder Voraussetzungen ein (Größe, Gewicht usw), sondern ich möchte hier ganz bewusst nur die rein mentalen Voraussetzungen beschreiben:

Engagement

Das beginnt damit, dass deine Bewerbung in der Form bei mir eingeht, wie auf der Homepage beschrieben ist. Du bist und bleibst bei der Sache und bewirbst dich jetzt nicht nur aus einer Laune heraus, die Du morgen schon wieder vergessen hast. Du hast den Wunsch gemeinsam mit mir an einem erfolgreichen Fotoshooting zu arbeiten und dich aktiv einzubringen – das heißt zum Beispiel auch Zeit dafür zu opfern und dich gut vorzubereiten. Du hast dich NICHT deshalb beworben, weil Du meinst hier könnte ohne viel Aufwand schnell ein paar hübsche kostenlose Fotos bekommen.

Zuverlässigkeit

Die Kommunikation mit dir erfolgt zeitnah und zielorientiert. „Zeitnah“ heißt, ich muss dich nicht jeden Tag daran erinnern zu antworten. Absprachen, die wir in der Vorbereitung eines Fotoshootings treffen, werden zuverlässig eingehalten. Deine Angaben sind verlässlich und Du bemühst dich ernsthaft. Du sagst Fototermine nicht kurzfristig ab, nur weil man dich kurzfristig noch auf eine nette Party eingeladen hat, die zur gleichen Zeit stattfindet oder weil Du vorher tagelang vergessen hast deine Eltern um Erlaubnis zu fragen.

Pünktlichkeit

Du erscheinst nicht nur pünktlich zum Termin, sondern auch ohne Hektik, weil Du dir vorher genug Zeit gegeben hast dich in Ruhe vorzubereiten und auf den Weg zu machen. Gestresst ankommende Models sind für ein Shooting kaum zu gebrauchen. Gleiches gilt für Models, die nur zwei Stunden Schlaf hatten, weil sie in der Nacht zu vor bis zum Sonnenaufgang mit ihren Freundinnen die Nacht durchgefeiert haben.

Offenheit

Du findest deine Brüste zu klein oder zu flach, deine Schenkel zu fett und deinen Hintern zu dick? Du hast an den Armen oder an den Beinen ein paar Narben, die Du lieber nicht zeigen willst? Das sind alles Dinge, über die Du nicht verlegen schweigen solltest, sondern ganz im Gegenteil: das sind Dinge über die Du mit deinem Fotografen reden solltest. Je mehr er weiß, was dir an dir gefällt und was nicht, umso besser kann er auf dich eingehen und ggf. die Shooting-Situation an diese Belange anpassen. Also sprich solche Dinge offen an.

Selbstüberwindung

Wie sich eine Pose anfühlt und wie sie nachher auf dem Bild wirkt, das sind zwei grundsätzlich unterschiedliche Dinge. Dein Körpergefühl ist dir dabei eher im Weg. Schau dir mal die Fotomodels auf vielen erfolgreichen Mode-Label-Seiten an und versuche ihre Körperhaltung vor dem Spiegel nachzumachen. Du wirst sehen und vor allem SPÜREN, dass diese Posen sich total komisch anfühlen, obwohl sie gut (stylish, extrovertiert, nobel, überlegen, emotional) aussehen. Du weißt, dass es als Model dein Job ist, dich ernsthaft und mit Engagement auf die Anweisungen einzulassen, die dir vom Fotografen gegeben werden. Erste Zweifel und eigene Unsicherheit hindern dich nicht daran alles zu geben. Du überwindest dich! Du bleibst offen und lässt dich direkt danach ggf. mit einem kurzen Blick auf das Display der Kamera überzeugen. Wenn Du eigene Ideen und Anregungen hast, dann besprichst Du diese mit mir, damit wir auch diese Ideen ausprobieren.

Belastbarkeit

Auf dem Foto sieht es toll aus, wenn das Model im hohen Gras steht, der Wind weht ihr nasses Haar wild durch das Gesicht und drückt ihr Top eng an ihren wohlgeformten Körper … aber für das Model war es zum Zeitpunkt der Entstehung der Aufnahme einfach nur ARSCHKALT und windig, die Augen tränten schnell, das Gras zwickte und kitzelte an den Beinen, die Füße waren schon etwas nass und ein paar Meter daneben stehen (nicht auf dem Bild zu sehen) ein paar halbstarke Jungs mit dummen Sprüchen und geben dem Model das Gefühl beobachtet zu werden … SO fühlt sich das Model zum Zeitpunkt auf der Aufnahme wirklich und nach dem Shooting muss das Model unter Umständen noch schauen, ob irgendwo Zecken an den Beinen krabbeln. Mit solchen Situationen kommst Du zurecht und verlierst dennoch nicht die Lust am Fotoshooting, weil Du dich auf die späteren Ergebnisse freust und dafür jetzt eben einmal die Zähne zusammenbeißt. Das ist Belastbarkeit und absolut unverzichtbar. Primadonnen und Prinzessinnen sind hier falsch.

Experimentiertfreudigkeit

Das bestellte Kleid ist etwas zu klein/groß, die Location muss aufgrund unvorhersehbarer Umstände gewechselt werden, das Wetter spiel nicht so ganz mit oder besondere Umstände vor Ort ermutigen dazu auch mal was anderes zu versuchen als „nur“ das, was eigentlich zum Fotoshooting geplant war. Nicht immer muss man dann gleich das ganze Shooting über Bord werfen, sondern kann eben auch mit dem, was man hat, experimentieren. Als gutes Model weißt Du, dass Experimente manchmal phänomenale Ergebnisse liefern … vielleicht nicht jedes Foto, aber einige darunter zumindest. Viele Shootings mache ich auch ganz explizit unter der Überschrift „Test-Shooting“, weil ich selbst einfach mal vertraute fotografische Pfade verlassen will und experimentieren möchte, in welcher Richtung sich neue Wege öffnen, die es zu verfolgen lohnt.

Wandlungsfähigkeit

Wir wollen wundervoll natürlich Aufnahmen in Wald und Wiese machen, auf denen Du als hübsches natürliches Mädchen wirken sollst – dann passen 10 Partybänder von Musik-Events aus halb Europa einfach nicht ins Bild. Daher ist dir klar, dass Du dein Auftreten an die Bild-Situation bzw. an das Shooting-Thema anpassen musst. Wenn mit einem Shooting ein bestimmtes Thema verfolgt werden soll, lässt Du dich auch darauf ein.

Vertrauen

Das Verhältnis zwischen Fotograf und Model ist etwas Besonderes. Nur wenig Menschen, die nicht mit dir verwandt oder in einer Beziehung mit dir sind, kommen dir auf so persönliche Weise nahe. Dazu benötigt man Vertrauen um sich auf so etwas einzulassen. Am Anfang herrscht immer eine gewisse Fremdheit, das ist eine ganz natürliche Schutzfunktion. Für ein gutes Shooting und für weitere Fototermine ist es aber gerade auch in der emotionalen Fotografie notwendig, dass sich ein Gefühl des gegenseitigen Vertrauens bildet. Ich lade immer nur die Models für weitere Fototermine ein, bei denen ich merke, dass dies der Fall ist.

Mut

Für alles, was Du bisher an notwendigen Eigenschaften gelesen hast, ist Mut notwendig. Mut hast Du schon bewiesen als Du dich getraut hast deine Bewerbung abzusenden. Mut hast Du auch bewiesen, als Du dich auf ein anspruchsvolles Shooting-Thema eingelassen hast. Wenn Du dann beim Shooting bist, dann ist dir völlig klar, dass es jetzt erst Recht wichtig ist Mut zu zeigen und Hemmungen zu überwinden – damit der Mut, den Du bisher schon aufgebracht hast, nicht vergeblich war. Du weißt: mutige Models haben mit Sicherheit am Ende die besseren Aufnahmen als gehemmte, zurückhaltende und überschüchterne Models. Mutig sein heißt aber nicht leichtsinnig sein! Was dir zu gefährlich vorkommt und wovor Du berechtigt Angst hast bleibt immer ein No-Go.

Geduld

Wie so oft im Leben klappt nicht alles gleich von Anfang an. Das gilt auch für die Fotografie. Es gibt Situationen, bei denen man eine Stunde lang nur an einem einzigen verfluchten Foto arbeitet, damit es am Ende dafür aber auch richtig gut aussieht. Wenn der Fotograf zum neunundzwanzigsten Mal sagt was Du tun sollst, weil Du es seiner Meinung nach noch nicht richtig oder mit der nötigen Intensität machst, dann zeigst Du auch weiterhin Engagement (und wenn dir etwas unklar ist, weil die Anweisungen nicht konkret genug sind, dann fragst Du nach). Manche gute Fotos entstehen spontan, fast schon aus Zufall … manche guten Fotos entstehen aber erst nach viel geduldiger Arbeit. Auf die, die in geduldiger Arbeit entstanden sind, wirst Du wesentlich stolzer sein – denn dieses tolle Bild hast Du dir ehrlich „verdient“.

 

Wenn Du der Überzeugung bist, diesen Anforderungen zu entsprechen, dann bist Du bei mir genau richtig, um dich als Model für ein Fotoshooting bewerben zu können.